Was mache ich heute? Hausarbeit oder mein Hobby?


Urlaub Emden 2013 455Den einen Tag geht es mir gut und den anderen komme ich kaum aus dem Bett oder vom Sofa hoch. Dabei habe ich versucht nichts anders zu machen als den Tag vorher. Ich habe alles in ruhigen Tempo angegangen, damit ich mich nicht verausgabe und ich mich gut fühle. Dann möchte ich alles am nächsten Tag genauso machen und damit alles genauso gut läuft und dann kommt man nicht mal hoch, kann sich kaum auf den Beinen halten und habe Angst, das ich im Keller zusammen klappe, während ich meine Wäsche zusammen falte. Ich fühle mich wie eine alte Oma und sitze auf einer Stehhilfe während ich meine Wäsche zusammen lege, weil ich meinen Beinen und meinem Kreislauf nicht traue. Das schlimmste ist der Blick meiner Mutter, weil sie nicht weiß wie sie mir helfen soll.

Diese hinterhältige und fiese CFS. Warum macht mir die CFS so das Leben schwer? Vorallem, wie macht man Menschen klar, die einen als temperamentvoll und energiegeladen kennen, das auf einmal ein Wäschekorb eine gefühlte Tonne wiegt, dass die Treppe einem Mount Everest gleicht und das das anheben einer Tasse Kaffee schon eine Herausforderung ist. Früher habe ich zwei Pferde am Tag geritten, eine Kiste mit Büchern hochgehoben und ohne mit der Wimper zu zucken die Treppen hochgeschleppt, obendrein habe ich noch acht Stunden gearbeitet. Und jetzt?

Ich habe in den letzten Wochen viel über das Thema gelesen und sollte eigentlich glücklich sein. Ich kann noch arbeiten gehen, irgendwie, und ich kann noch Zähne putzen und duschen und muss mich nicht entscheiden, was ich machen kann. Aber ich muss den ganzen Tag Prioritäten setzen. Entweder kann ich arbeiten gehen und danach noch vielleicht zu meinem Pflegepferd fahren und reiten gehen oder ich gehe arbeiten und kann noch etwas im Haushalt erledigen. Aber dann kann ich nicht mehr kochen, denn dazu reicht meine Kraft nicht mehr. Ständig muss ich überlegen, was gerade noch geht und wieviel Energie ich noch aufbringen kann.

Ich warte noch auf das Ergebnis des ATP-Testes und hoffe das ich dann eine Micronährstoff-Empfehlung bekomme, mit der ich die CFS etwas besser in den Griff bekomme. Ich habe gelesen, das man die Krankheit wieder los werden kann. Bei einigen kann es Jahre dauern, in einigen Fällen besserte sich die CFS innerhalb eines Jahres. Ich würde lügen, wenn ich nicht hoffen würde das sich alles innerhalb eines Jahres bessern würde.

Drei Schritt vor und zwei zurück…


Am Mittwoch war ich wieder bei meinem Doc in Osnabrück und habe ihm noch ein paar Löcher in den Bauch gefragt. Hätte ich mal besser die Klappe gehalten… Jetzt muss ich noch einen Test machen und musste dafür alle meine Nährstoffe absetzen.

Meine Nahrungsergänzungsmittel haben schon super gewirkt, ich fühlte mich schon so gut. Meine Muskel taten nicht mehr so weh, ich war körperlich schon wieder besser drauf, meine Psyche hat sich so gut erholt und meine Nerven waren nicht mehr so empfindlich. Nach ca. fünf Wochen merkte ich auch, das sich der Bauch nicht mehr so stark aufblähte. Die riesen Mengen an Luft lösten sich endlich. Zwar nicht alles, aber es wurde immer angenehmer. Selbst kleine Mengen Gemüse gingen wieder ohne die Schmerzen und den Druck im Bauch.

Und jetzt soll noch ein letzter Test gemacht werden. Der Test soll feststellen, wie gut die Zellkraftwerke (Metochondrien) noch funktionieren. Der Doc diagnostizierte eine Metochondriopathie, CFS (chronic Fatigue Syndrome oder chronisches Erschöpfungs Syndrom) und einer leichten MCS (multiple Chemikalien Sensivität).

Um den Test zu machen, musste ich, wie geschrieben, alle Nährstofffe absetzten. Es dauerte nicht lange und die alten Symptome lähmten mich wieder. Mir tun die Muskeln weh, ich schlafe schlecht, der Schädel dröhnt,  ich bin erschöpft und müde, selbst neun Stunden Schlaf sind nicht ausreichend und ich bin genauso müde wie abends, als ich ins Bett gegangen bin. Mein Bauch gleicht wieder einem riesen Luftballon, schmerzt, weil soviel Luft im Bauch ist und die Luft drückt auf meinen Magen.

Die eine Woche ohne Vitamine und Mineralstoffe schmeißt mich um Wochen zurück. Aber ich weiß dann endlich, woran ich bin. Die CFS ist zwar schulmedizinisch nicht anerkannt, aber der Test beweist eindeutig, das die Metochondrien nicht funktionieren bzw. die Funktion eingeschränkt ist. Das gute an dem Test ist, das die Ergebnisse mir helfen können, Rente zu beantragen, falls sich die CFS noch verschlimmern sollte!