Kann ich jemals wieder auf einem Pferd sitzen?


Seit der Diagnose sind ja mittlerweile ein paar Tage vergangen. Ich bin sehr unsicher und weiß so gar nicht, was mich erwartet. Meine Schwiegermutter hat schon seit Jahren Fibromyalgie und ich weiß nicht wie ich ihr Verhältnis dazu beschreiben soll. Ich glaube sie ruht sich gerne auf ihr aus, damit sie Bestimmtes nicht tun „kann“, weil es ja doch so schmerzt. Mit ihr kann ich nicht darüber sprechen. Da darf ich mir nur anhören, wie schlecht es ihr geht. Ich möchte mich aber nicht davon runter ziehen lassen. Normalerweise würde ich solchen Leuten aus dem Weg gehen, leider geht das in diesem Fall nicht immer.

Es geht mir im Bezug auf die Müdigkeit etwas besser, da ich glaube, das die Diagnosestellung einen großen Leidensdruck von mir genommen hat. Aber gleichzeitig tun sich andere Probleme auf. Wie lerne ich, mit den Muskelschmerzen umzugehen, die Einschränkung zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen? Schließe ich mich einer Selbsthilfegruppe an oder gründe ich eine mit meiner Freundin, die auch betroffen ist? 😉 Kann ich jemals wieder das machen, was ich mir am allermeisten Wünsche? Werde ich je wieder auf einem Pferd sitzen? Kann ich die Radtour machen, die ich schon seit Jahren fahren möchte?

Immer wieder stoße ich im Alltag an meine Grenzen. Die heutige war ein gemütlicher Spaziergang von ca. 1 1/2 Stunden. Der Wind war kalt und auf halben Weg erwischte mich ein Regenschauer. Der Wald hielt viel Regen ab, so das ich nur ein paar Tropfen ab bekam, aber es war mir so kalt von den paar Minuten warten. Ich musste mich nach dem Spaziergang in eine Decke wickeln, damit es mir wieder besser ging und ich wieder warm wurde. Das Wäsche rauf und runter tragen, stellt mich vor enorme Herausforderungen, vor allem die Treppen, die sich wie ein Mount Everest anfühlen. Staubsaugen schiebe ich schon lange auf den Herz-Allerliebsten ab. Beim Pilates muss ich oft Übungen unterbrechen, da sie mir zu anstrengend werden, ebenso bei dem moderaten Krafttraining. Ich bin doch erst 39. Ich frage mich immer wieder, wie soll das weiter gehen? Wann kommt der nächste Schub? Ist er so schlimm, wie der letze? Gibt es jemanden, der mir ehrliche Antworten geben kann und helfen kann die Unsicherheiten abzubauen?

Instinktiv habe ich aber einige Dinge richtig gemacht. In meinem Fitness-Center gibt es eine Hydrojet-Massageliege. Die nutze ich seit einem Jahr regelmässig, ebenso wie die Faszienrolle, sie tut richtig gut. Mit Wärme komme ich gut zurecht. Die letzten Tage waren eine Wohltat. Ich hatte mir mit meiner Gartenliege einen Platz in der Sonne gesucht. Es war herrlich. Oft hatte ich mich im Winter sehr dick angezogen, es linderte die Schmerzen auch ein wenig. Auch die Vegane glutenfreie Ernährung war der richtige Ansatz. Letzten Sonntag hatte ich Heißhunger auf eine Bratwurst und ich habe sie mit Genuß gegessen. Leider brauchte ich danach fast eine Woche um mich davon zu erholen. So schlimm schmerzten die Muskeln in den Oberschenkeln und im Rücken. Es war so schlimm, das ich die Pfötchen, des kleinen Hündchen nicht haben konnte, wenn er an mir hochsprang. Auch jetzt tun sie weh, wenn ich vor dem Computer sitze. Die Muskeln fühlen sich immer hart und verkrampft an. Ich weiß gar nicht was ich dagegen tun kann und Magnesium hilft nur bedingt. Die Faszienrolle nimmt ein wenig von den Schmerzen, wenn ich ein paar mal darauf rum rolle.

Es ist alles nicht so einfach. Vorallem wenn man mit so einer Diagnose allein gelassen werde. Aber wie immer in meinem Leben. Wenn ich etwas mache, dann richtig und nie den einfachen Weg. 😉

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