Über das einzig Wahre und Richtige…


Liest man sich die Seiten und Blogs von „Betroffenen“/ Heilpraktikern durch, in diesem Fall schreibe ich im allgemeinen, habe ich immer mehr das Gefühl, man möchte die armen Leser missionieren und ihn auf den einzig wahren Weg der Heilung führen. Der Leser, der über die Suchmaschine auf der Seite landet, bekommt die volle Ladung, „vergiss alles andere, nur meins ist das Richtige“, ab und ist vollkommen überfordert.

So geschehen auf den den Seiten, von Hashimotobetroffenen oder Heilpraktikern oder sonstigen Experten. Viele Seiten waren reißerisch geschrieben und verteufelten alles und jeden. Jeder versuchte seine Methoden an zu preisen und klickte man dann auf den empfohlenen Link, landete man auf Seiten, auf denen E-Books und andere Challenges angeboten wurden, die dann teuer bezahlt werden sollen. Die Preise variierten zwischen 27 Euro und 75 Euro.

Mal ganz ehrlich: Spinnen die!!!

Natürlich ist das wichtig, das man raus finden sollte, was man als Hashi-Patient vertragen kann und was nicht. Auch die Vorgehensweise, mit  der man versucht, alles wieder ins Lot zu bringen, sollte nicht vernächlässigt werden. Die Methoden sind vielfältig, wie z. B. Logi, Paleo-AiP und haste nicht gesehen.

ICH FINDE ES SCHON SCHWIERIG GENUG, AUF GLUTEN, MILCHPRODUKTE, NACHTSCHATTENGEWÄCHSE UND ZUCKER ZU VERZICHTEN!!!

Ohne das man mir ein schlechtes Gewissen machen muss, wie schlecht das alles für mich und meine Schilddrüse ist. Irgendwie habe ich den Zeitpunkt verpasst, wo die gute alte „Hilfe zur Selbsthilfe“ nicht mehr up to date ist, sondern nur noch missioniert und gepredigt wird.

Aber nimmt auch mal jemand Rücksicht auf die angeschlagene Seele, wenn man mit der Diagnose alleingelassen wird und sich selbst um alles kümmern muss? Jeder denkt nur noch daran, wie man aus der Not der anderen Profit schlagen kann und verkauft sich und sein Produkt gewinnbringend. Zum kotzen…!!!

Und dann fällt man doch auf die mühsam zusammen gestellten E-Books, Lebensmittellisten und Diätplane rein, hat sie zu dem vielleicht noch teuer bezahlt, nur um fest zustellen, das die Liste der Ernährungsdocs genau das gleiche enthält. Und die ist kostenlos!!!

Gut das ich meinem Geld nicht böse bin, um es so aus dem Fenster zu werfen… 🙂

Endlich Licht am Ende des Tunnels: Hashimoto Thyreoiditis


Leider hat die Ernährungsmedizinerin die Segel gestrichen. Als sie sich alles angeschaut hatte, kam sie zu dem Schluss, das meine Diagnosen so umfangreich und komplex sind, dass sie sich das nicht zutraut. Hut ab, dass sie sich das eingestanden hat und es mir klipp und klar gesagt hat. Eine der wenigen Ärzte, die ich kennen gelernt habe, die das gemacht haben.

Also, bin ich wieder zu meinem Spezi-Arzt nach Osnabrück gefahren und habe mich mit ihm beraten. Nach dem ich ihm noch mal sagte, was mir so zu schaffen macht, wie die Erschöpfung/ Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Muskelschmerzen, Depressionen, Gewichtszunahme, hat er eine riesen Menge Blut abgezapft und ins Labor geschickt. Er hat die Überprüfung der Schilddrüsenwerte in Auftrag gegeben.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Ergebnisse da waren. Dabei waren es gerade mal zwei Wochen, denn leider brauchte das Labor so lange dafür.

Was soll ich sagen, es war ein Schock, aber auch eine Erleichterung. Die Werte waren katastrophal. Der TSH zu hoch, ft 3 und ft 4 zu niedrig, der rt 3 war auch aus der Bahn und die Antikörper (TPO) waren erhöht. Die Diagnose: Hashimoto Thyreoiditis.

Ich bekomme seit ca. drei Wochen T 3 und seit ein paar Tagen T4 Hormone. Die ersten Tage mit den T 3 Hormonen waren sehr spannend. Auf einmal rannte ich rum, wie ein Aufzieh-Spielzeug und war nicht mehr zu bremsen. Zum Glück legte es sich innerhalb der nächsten Tage. Der Körper gewöhnte sich recht schnell an die Medikamente. Jetzt fangen wir an die Hormone langsam zu erhöhen, bis die Werte und der Wohlfühlfaktor passen.

Aber ansonsten, weiß ich noch nicht wie ich mit der Krankheit umgehen soll!! 😦