Paleo-AIP die Lösung?


Nach langem hin und her habe ich mich dazu entschlossen auf die Paleo-Ernährung bzw. auf das Paleo-Autoimmun Protokoll umzustellen. Meine Mißerfolge in Sachen Ernährung sind mehr als nur frustrierend. Jeder Ansatz den ich ausprobiert habe, führte mich in eine Sackgasse. Ich versuche mich ausgewogen und gesund zu ernähren, als Belohnung bekomme ich Heißhunger und Unterzuckerungen in üblen Ausmaßen. Sie enden in Freßorgien, mit anschließenden Bauchschmerzen und schlechtem Gewissen.

Wie Paleo-AIP genau geht, könnt ihr auf der Seite von Paleo360 lesen!

Ich habe im Internet recherchiert, ob es andere Optionen gibt. Gibt es nicht! Im Gegenteil. Die kohlehydratarme Kost bekommt den meisten mit Hashimoto ab besten. Der Körper erholt sich in den meisten Fällen sehr schnell und es geht den Betroffenen sehr schnell wieder besser. Erste Erfolge sollen sich bei vielen innerhalb einer Woche bzw. 14 Tagen eingestellt haben. Mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung, sollen sich nicht nur die Entzündungswerte erheblich verbessert haben, sondern auch die Gewichtsschwankungen und das angeschlagene Immunsystem soll sich recht schnell erholt haben. Da ich seit über einer Woche mit einer Dauererkältung rum laufe, wäre das schon mal eine wahnsinns Erleichterung. Auch viele andere Beschwerden sollen sich durch die veränderte Ernährung verbessern.

Allerdings bringt die Umstellung auch eine Menge mehr Arbeit und Organisation mit. Vieles muss vorbereitet und gekocht werden. Gerade das Frühstück ist eine echte Herausforderung. Seit einer Woche probiere ich rum und teste aus, damit es in der Ernstphase nicht schief geht. Außerdem ist mein Tiefkühlschrank nicht ausreichend, um alles dort einzufrieren. Daher habe ich mir überlegt, alles in Weck-Gläser einzukochen. Kein auftauen und die Brühen und Suppen (falls es mal schnell gehen muss) sind im Notfall schnell greifbar.

Ich bin zuversichtlich, was die Umstellung angeht. Jetzt hoffe ich nur noch, das meine Erwartungen sich auch erfüllen!!

 

Wäre zaubern doch schön…


Die Hashimoto und ich… Ein Geschichte mit vielen Geheimnissen und Mißverständnissen. ( Das erinnert mich gerade ein wenig, an die Tamponwerbung eines namhaften Herstellers, die es mal vor Jahren gab!? )

Die Hashimoto und ich sind nicht wirkliche Freunde und wir werden es auch wohl nicht werden. Aber leider kann ich sie ja nicht mit dem Kopf nickenend weg zaubern. Aber man kann ja wenigstens davon träumen…

Die ersten Wochen der Hormonersatztherapie waren toll. Ich war voller Energie und konnte im wahrsten Sinne des Wortes, Bäume ausreißen. Die Arbeit ging leicht von der Hand, der Sport machte wieder Spaß und ich konnte mehrere Aufgaben am Tag schaffen und musste mir nicht überlegen, welche die wichtigste ist und dies als erstes abarbeiten.

Doch leider blieb es nicht so. Im Laufe der Zeit wurde es wieder schlechter. Ich bin müde und kaputt, ich komme zwar aus dem Bett, jedoch brauche ich unheimlich lange, bis ich so richtig wach und „munter“ bin. Munter ist da doch ein zu starkes Wort. Ich laufe rum, erledige irgendwie meine Arbeit und muss mich unheimlich anstrengen und konzentrieren, alles zu erledigen und nichts zu vergessen. Oft muss ich wieder zurück laufen, weil ich vergessen habe, was ich wollte und nicht an alles auf einmal gedacht habe. Dadurch renne ich oft die Strecken doppelt und dreifach. Zum Feierabend bin ich so ausgepowert und fertig, das ich es nur mit Mühe unter die Dusche und ins Bett schaffe.

Als ich anfing die Schilddrüsentabletten zu nehmen, ging es auch meinem Bauch besser. Die Blähungen wurden weniger, ich konnte in Massen Gluten, Milch und Nüsse zu mir nehmen. Es gab zwar ein leichtes zwicken im Bauch, aber am nächsten Tag ging es mir wieder besser. Meine Verdauung war gut und ich war ganz erfreut, keine Hilfe vom Leinsamen in Anspruch nehmen zu müssen. Auch das hat sich erledigt!!! Meinem Bauch geht es schlechter denn je. Kleine Ausrutscher bei der Ernährung, bestraft er mit tagelangem Bauchgrimmen und Verstopfung. Oft kann ich in den Tagen kaum was essen, weil der Bauch so stark gebläht ist, dass er mir den Magen zu drückt. Wenn ich dann Glück habe, löst sich das Problem von selber, meistens tut es das aber nicht. Also habe ich mir die kleinen Helferlein in Form von geschrotetem Leinsamen dazu geholt. Die nehme ich 3-Mal täglich. Ein Löffel in ein großes Glas mit Wasser und runter damit. Ausrutscher kann ich mir nicht mehr erlauben. Eigentlich ist es auch egal was ich esse, den Blähungen habe ich immer. Mal mehr mal weniger.

Leider ist mir am Wochenende so was richtig blödes passiert. Mein Freund und ich sind zum Essen eingeladen worden. Ich bestellte, so hoffte ich wenigstens, eine für mich verträgliche Mahlzeit. Ich bekam genau das Gegenteil. Das Steak war richtig, auch der Reis, aber die gerösteten Zwiebeln waren in Mehl gewendet und fritiert, der Salat anstatt mit Öl und Essig, wie bestellt, mit Joghurtdressing. Die Krönung war Kräuterbutter unter den Zwiebeln und auf dem Steak. Obwohl ich gefragt habe und umbestellt habe, ging das meiste schief. Jetzt hatte ich aber Hunger und wollte nicht in Streik treten, also aß ich alles auf. Die Retourkutsche kam noch beim Essen und hört bis heute nicht auf.

Mein Körper dreht so richtig am Kabel und dabei sagen einem die Ärzte, dass es mit den Tabletten besser wird. Von wegen! Es hat sich fast gar nichts gebessert. Die Muskeln und Sehnen schmerzen, die Gelenke tun mir weh, mein Bauch rebelliert und ich bin antriebslos und müde. Habe ich Streß haut es mich dann doppelt um und alle Sypthome werden noch schlimmer. Dabei vermeide ich es in Streß zu geraten. Aber wie kann man den in der heutigen Welt umgehen? Er lauert doch an jeder Ecke und vermasselt einem alles.

Vielleicht doch mit dem Kopf nicken und alles ist weg?! Schade, das ich manchmal nicht wie die bezaubernde Jeanie sein kann…

Sorry, aber es war einfach alles ein bischen viel…


und ich schaffte es einfach nicht zu schreiben. Gesundheit, Arbeit, ständig kochen, backen und meinen Haushalt wuppen, waren in der letzten Zeit nicht leicht für mich. Zu dem ist auch viel passiert und ich musste meine Gedanken sortieren und lernen noch mehr Prioritäten zu setzen.

Gut, ich fange mal von vorne an. Als ich im April die Diagnose Hashimoto bekam, war ich ganz aus dem Häuschen, endlich was greifbares. Die Hormonersatztherapie wurde sofort eingeleitet und ich bekomme zur Zeit 20 mg Thybon und 50 mg L-Thyroxin. Die Tabletten wurden langsam eingeschlichen, um meinen Körper nicht zu überfordern. Es ging auch alles gut und man konnte zu sehen, wie es mir von Tag zu Tag besser ging. Meine Energie kam langsam zurück und ich bekam wieder mehr auf die Reihe. Die Müdigkeit verschwand, Muskelschmerzen, Verspannungen und Krämpfe gingen weg und ich bekam wieder etwas mehr Kraft. Die Verträglichkeit einiger Nahrungsmittel wurde besser, aber bis heute kann ich noch nicht alles essen und glutenhaltige Lebensmittel, Milchprodukte, Nachtschattengewächse und Eier bleiben ein seltens vergnügen. Leider stellte sich auch die normale Verdauung auch nicht wieder ein. Ich habe zwar keine Verstopfung, aber regelmäßig aufs Klo kann ich leider nicht.

Als ich endlich die Zettel vom Labor in der Hand hatte ging ich zu meiner Hausärztin, um ihr alles mit zu teilen. Diese nahm alles zur Kenntnis, schaute sich die Werte an und meinte nur, „so schlecht sind die Werte nicht, normalerweise bräuchte man keine Ersatztherapie machen. Aber wenn Sie sich damit besser fühlen?! Und ob Sie wirklich eine Hashimoto haben, bezweifle ich, die Antikörper sind ja doch sehr grenzwertig niedrig.“ Ich war doch recht enttäuscht und etwas pikiert. Wie konnte Sie die Ergebnisse und die Meinung eines erfahrenen Kollegen anzweifeln? Aber ich nahm mir diese Aussage nicht an. Den ich vertraue Herrn Dr. V. mehr in dieser Beziehung als ihr.

Die Wochen gingen dahin und ich hatte endlich einen Termin bei der Rheumatologin Frau Dr. W., zu der ich schon seit einem Jahr wollte. Ständig kam was von Ihrer oder von meiner Seite was dazwischen. Sie führte eine gründliche Anamnese durch. Sie drückte auf mir herum und suchte nach Schmerzpunkten. Sie erwischte mein Kreuz-Darm-Bein und mir stiegen vor Schmerzen die Tränen in die Augen (es dauerte fast einen Tag, bis sich alles wieder beruhigte). Ich sollte ein MRT mit Kontrastmittel machen lassen. Was soll ich sagen? Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht?! Es stellte sich heraus, das das Gelenk schon recht stark beeinträchtigt ist. Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder entzündliche Prozesse, die auf Grund des Kontrastmittels deutlich zu sehen sind. Die Diagnose: Psoriasis Athritis. Genau das was man sich so wünscht.

Als die Diagnose stand, sollte ich auf das Medikament MTX (Methotrexat) eingestellt werden. Das Medikament senkt das Immunsystem herab, damit der Körper sich nicht weiter selbst zerstört. Es ging leider wieder mal voll daneben. Die Tablette sollte ich einmal die Woche nehmen. Die erste Dosis habe ich noch recht gut vertragen. Ich war zwar müde, aber alles soweit ok. Die zweite Dosis vertrug ich erst auch noch ganz gut, bis ich dann ein paar Tage später Atemnot bekam. Es wurde sogar noch schlimmer als Kunden in den Laden kamen um einzukaufen, die stark parfumiert waren oder nach Zigaretten rochen. Meine Muskeln und der ganze Körper schmerzten. Nach Feierabend musste ich noch Wäsche waschen und musste dafür in den Keller, als ich zurück in die Wohnung ging, prustete ich wie ein Walross. Mein Freund brachte mich kurzer Hand in die Notaufnahme. Dort überlegte man erst mal, ob ich zum Hausärztlichen Notdienst gehörte. Aber dann entschieden sie sich doch mich da zu behalten. Zum Glück waren die Blutgaswerte in Ordnung und die Lunge frei.

Schlußendlich, kam eine Unverträglichkeit auf das Medikament herraus. Die Nebenwirkungen machten mir fast eine Woche zu schaffen. Ich blieb auf anraten von der Rheumatologin erst mal ein paar Tage zu hause. Zum Glück hatte ich die Woche ein paar Tage frei und konnte mich in Ruhe erholen.

Dieses Mal reagierte meine Hausärztin etwas erschrocken. Die Unverträglichkeit und die Athritis nahm sie sofort auf. Komentar: „Sie scheinen doch ein Problem mit Ihrem Immunsystem zu haben?!“

Ach, was. Darauf bin ich auch selbst gekommen.

P:S.: Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich auch schon mal einen Durchhänger. Letztes Jahr waren es die Vorbereitungen für die Reha die mich in Schach hielten. Dieses Jahr scheinen es die vielen neuen Entwicklungen zu sein.