Fibromyalgie


Die Krankheit ist sehr schwer zu diagnostizieren. Es braucht eine lange und genaue Anamnese, um nichts zu übersehen.  Hier nur ein paar Informationen die leider schon sehr umfangreich ist. Dadurch lässt sich schon erkennen, wie schwierig die Fibromyalgie ist.

Zitat aus Wikipedia:

„Die Krankheits-Bezeichnung Fibromyalgie ist eine dreiteilige Zusammensetzung aus dem lateinischen Wort fibra „Faser“ und den griechischen Wörtern μυς mys „Muskel“ und άλγος álgos „Schmerz“. Die veraltete Bezeichnung lautet Generalisierte Tendomyopathie, abgekürzt GTM. Die Fibromyalgie ist eine chronische und häufig therapieresistente Erkrankung. Sie ist durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und im Bereich des Rückens, auch Druckschmerzempfindlichkeit sowie Begleitsymptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht und viele weitere Beschwerden gekennzeichnet. Fibromyalgie ist nicht mit dem Begriff „Weichteilrheumatismus“ gleichzusetzen. Sie ist jedoch eine der Krankheiten, die unter diesen Sammelbegriff fallen. Eine wichtige Differentialdiagnose ist jedoch die Rheumatoide Arthritis.“

Krankheitsverlauf

Der Erkrankungsbeginn ist häufig schleichend und unauffällig. Am Anfang stehen meistens unspezifische Befunde wie Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Später kommen Schmerzen im Bereich der Lenden- oder – etwas seltener – der Halswirbelsäule hinzu. Erst danach entwickeln sich die typischen Schmerzen in Armen und Beinen sowie weitere begleitende Symptome und Beschwerden. In der Regel verschlimmert sich die Krankheit nicht kontinuierlich. Heftige Schmerzattacken werden von schmerzfreien Intervallen abgelöst. Kälte, Nässe oder äußere Belastungen, auch starke Sonneneinstrahlung, können zur Verschlimmerung führen. Bis sich das Vollbild der Erkrankung herausgebildet hat, dauert es durchschnittlich sieben bis acht Jahre. Die einzelnen Schübe und akuten Phasen folgen keinem bestimmten Muster und sind deshalb nur schwer vorherzusehen, jedoch treten sie besonders häufig nach akuten Infektionskrankheiten auf (Grippe, Lungenentzündung, Lyme-Borreliose o.ä.). Stress ist jedoch ebenfalls ein ernstzunehmender Faktor. Viele Betroffene klagen über vermehrte Symptome (körperlich sowie psychisch), nachdem sie Stress hatten. Hierbei ist es egal, ob es „positiver Stress“ oder „negativer Stress“ ist. Aus diesem Grund ist auch Stabilität für Betroffene äußerst wichtig.

Zu einer krankheitsbedingten Zerstörung der Knochen – wie etwa bei einer rheumatoiden Arthritis – kommt es durch die Fibromyalgie selbst in der Regel nicht, jedoch kann die teilweise massive Bewegungseinschränkung zu Kapselschrumpfungen und anderen irreparablen Folgen im Gelenkapparat führen. Dies ist allerdings selten.

Symptome

Die Hauptsymptome sind chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, andauernde Müdigkeit mit allgemeiner Schwäche und Konzentrationsstörungen, bis hin zur Erschöpfung (Fatigue) sowie Schlafstörungen. Von den Schmerzen besonders betroffen sind Rücken, Nacken und Brustkorb sowie die Gelenke in den Armen und Beinen, auch Kopfschmerzen bis hin zur Migräne kommen vor. Die Symptome sollten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten aufgetreten sein.

Zu den häufigsten Begleitsymptomen gehören Schwellungsgefühle in den Händen, Füßen oder dem Gesicht, Morgensteifigkeit, Reizdarm, Reizmagen, Kopfschmerzen, Trockenheit bzw. Überempfindlichkeit der Schleimhäute sowie vermehrte Ängstlichkeit und Depressivität.

Während für einige Fibromyalgiepatienten vor allem die Schmerzen im Vordergrund stehen, klagen andere hauptsächlich über Müdigkeit, Verspannungen, Konzentrationsstörungen und unnatürlich lange Erholungsphasen nach körperlichen, geistigen oder emotionalen Belastungen. Wissenschaftlich nachgewiesen wurden eine erhöhte Geräusch-, Licht- und Kälteempfindlichkeit.

Syptome können sein:
  • diverse vegetative Beschwerden,beispielsweise Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzanfällen, starke Schwindelanfälle
  • empfindliche Haut (überschießende Reaktionen bei Berührung durch nahestehende Personen)
  • Hautexantheme
  • entzündliches Gefühl im ganzen Körper
  • Schmerzen in den Nieren
  • vermehrte Venenzeichen
  • Haarausfall, Atembeschwerden
  • diffuse Schmerzen im Brustbereich in Verbindung mit Atemnot
  • Infektanfälligkeit
  • leicht erhöhte Temperatur
  • leicht erhöhte Blutsenkung
  • vereinzelt wenige Banden im Liquor (Nervenwasser), was aber noch nicht als pathologisch gilt, Taubheitsgefühle
  • nervöse Extremitäten (restless legs)
  • Krämpfe in der Beinmuskulatur
  • Händezittern
  • Reizblase
  • Reizdarm
  • Periodenschmerzen
  • Nachlassen des sexuellen Interesses, Impotenz
  • Heiserkeit,Schluckbeschwerden, Kloßgefühl im Hals
  • Zahnschmerzen, Schmerzen in der Kaumuskulatur
  • Störungen des Gehörsinns, Blindheit, Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Neigung zu vermehrter Schweißbildung
  • Wassereinlagerungen,
  • Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen,
  • Wortfindungsstörungen,
  • Schmerzen im Wirbelsäulenbereich,
  • wechselnde Schmerzbereiche z. B. an einem Tag rechte Hand und linker Fuß, am folgenden Tag linker Arm und rechtes Bein
  • Depressionen und Erschöpfungszustände sowie Müdigkeit, Mattigkeit,
  • Muskel- und Gelenkschmerzen am ganzen Körper

Organ- und Gewebeschäden sind bisher nicht nachweisbar, obwohl massive Störungen in der Funktion der inneren Organe auftreten können, insbesondere zu Beginn der Erkrankung. Die Fibromyalgie kann plötzlich ausbrechen, z. B. nach einer grippeähnlichen Erkrankung, schleichend einsetzen, z. B. bedingt durch Burnout, durch übermäßige körperliche Anstrengung über Jahre, Überreizung des Nervensystems.

Diagnose

Die Diagnose einer Fibromyalgie gestaltet sich recht schwierig, da sowohl Röntgenbilder als auch Laborwerte keinen eindeutigen Aufschluss geben. Eine Diagnose kann somit letztlich nicht immer sicher gestellt werden. Meist werden „tender points“ (engl. etwa: empfindliche Stellen) zu Hilfe genommen (ACR [American College of Rheumatology]- Klassifikationskriterien 1990). Besteht bei 11 oder mehr von 18 „tender points“ eine erhöhte Druckschmerzhaftigkeit, so liegt der Verdacht auf Fibromyalgie nahe. Diese Diagnosepunkte liegen zumeist gelenknah an den Sehnen-Muskel-Ansätzen.

Oft wird die Diagnose erst nach acht bis zehn Jahren gestellt, so dass es bereits zum Vollbild der Erkrankung gekommen ist, bevor der Patient angemessen therapiert wird. Weil für die meisten Patienten bis zur abschließenden Diagnose eine relativ lange Zeit vergeht, haben fast alle Betroffenen eine regelrechte Ärzte-Odyssee hinter sich. Da einige Betroffene in dieser Zeit als Hypochonder abgestempelt werden, verschlimmern sich nicht selten Selbstzweifel und Symptome.

Diagnosekriterien:

  • spontane Schmerzen in der Muskulatur im Verlauf von Sehnen und Sehnenansätzen, die über mindestens drei Monate an drei verschiedenen Regionen vorhanden sind.
  • Druckschmerzhaftigkeit der „tender points“ – siehe oben
  • begleitende vegetative und funktionelle Symptome (Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen/Migräne, kalte Hände/Füße, trockener Mund, Hyperhidrosis (übermäßige Schweißproduktion), Kreislaufbeschwerden, Schwindel, gastrointestinale Beschwerden (Magen-, Darmbeschwerden), Globusgefühl, funktionelle Atembeschwerden, Missempfindungen („Kribbeln“), funktionelle kardiale Beschwerden, Dysurie und/oder Dysmenorrhoe)

Fibromyalgie-Patienten haben aufgrund der problematischen Diagnose oft Schwierigkeiten, als arbeitsunfähig anerkannt zu werden, was nicht selten zu großen sozialen bzw. finanziellen Schwierigkeiten führt. Die Krankheit ist nicht tödlich, kann jedoch eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität bewirken.

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