Update zur Ernährungsberatung


Nach ca. 7 Monaten kann ich sagen, das die Ernährungsberatung ein voller Erfolg war. Ich habe viel herausgefunden, vieles hat sich bestätigt und einiges hat mein Leben nicht nur zum guten verändert.

Gluten: Es hat sich rausgestellt, dass ich Gluten dauerhaft aus meiner Ernährung streichen muss. Bei einem weiteren Test,, habe ich mit massive Darm-Beschwerden reagiert und mein ganzer Körper streikte. Gelegentlich habe ich schon mal ein Dinkelbrötchen gegessen und dieses sehr schlecht vertragen. Zum Glück habe ich als Alternative Hafer für mich entdeckt. sehr gesund und nahrhaft und zum Glück verträglich…

Milch und Milchprodukte: Milch und sich sind keine Freunde. Falls ich kleinere Mengen Milch esse, geht es mir innerhalb kurzer Zeit schlecht (einmal begann es 10 min nach dem Essen). Mir wird schwindelig (der Westfale sagt: kodderig), mein Kreislauf sackt ab, mir wird schwummerig im Kopf und ich bekomme schlimme Bauchweh. Zum Glück brauche ich keine Spritze oder Pen, aber es fühlt sich trotzdem nicht gut an.

Hülsenfrüchte: Sind so eine Sache. Ich esse sie sehr gerne, vorallem als Joghurt, aber sie verursachen mir starke Blähungen.  Hin und wieder esse ich sie und versuche sie gut zu garen. Ich baue sie einmal die Woche in eine Mahlzeit mit ein. Aber hääufiger, darf es nicht sein.

Obst und Gemüse: Bis vor ein paar Monaten konnte ich rohes Obst und Gemüse nicht essen. Als ich in Hamburg war, konnte ich Obst und auch Gemüse nur gegart verzehren. Beeren war das einzige, was überhaupt verträglich war. Seit Dezember esse ich regelmäßig Äpfel in meinem Porrige, ab und an auch mal Banane. Mittlerweile auch roh und es passiert fast nichts mehr. Auch sas Sorbit im Obst stört mich nicht mehr. Glaube ich…

Wurst- und Fleischwaren: Leider musste ich feststellen, das ich Wurst- und Fleischwaren überhaupt nicht vertrage. Was genau Probleme verursacht kann ich nicht sagen. Es ist auch egal, ob konventionell oder Bio-Wurst- und Fleischwaren. Innerhalb eines halben Tages  bekomme ich starke Muskel- und Gelenkschmerzen und ich kann Tage lang nicht laufen.  Es kam heraus als wir ein paar Tage im Urlaub waren und ich morgens ein wenig Schinken auf mein Brot legte…

Fertigprodukte im allgemeinen:  Auch hier weiß, ich nicht was es auslöst, jedoch reagiert mein Bauch sehr empfindlich auf alles gekauftes. Es macht auch keinen Unterschied, ob Bio oder nicht. Koche ich es mit identischen Zutaten nach, ist alles verträglicher. Leider weiß man nie was für Zusätze verwendet werden, bevor  Ketchup, Marmelade und Co hergestellt wurden. Leider gibt es Enzyme und anderes komisches Zeug, die auch in Bioprodukten auch erlaubt, was das ganze noch schwieriger .

Fazit: Die Erkenntnisse die ich gewonnen habe, waren schon sehr hilfreich. Leider macht es den Alltag nicht gerade einfacher. Wenn wir ausgehen zum Essen, muss ich wie ein Schießhund aufpassen, das man mir nicht irgendwas unterschiebt. Vieles muss ich selber kochen und zusammenrühren. Es ist sehr zeitaufwendig, schmeckt aber häufig erheblich besser als gekauft. Aber der Aufwand lohnt sich oft und mein Bauch bedankt sich oft dafür. Auf zum fröhlichen Koch und Backmarathon… Was die Wende zur Heilung meines Darmes gebracht hat, weiß ich nicht, aber es ist auch egal. Hauptsache ist, das es so bleibt oder vielleicht noch mehr zur Ruhe kommt…

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Paleo-AIP: Woche 2 und 3


So gut die erste Woche lief so schlecht klappte es in den Wochen 2 und 3. Aber alles der Reihe nach.

Ich habe im Juli die Diagnose Psoriasis Arthritis bekommen. Im Juli bekam ich ein Medikament das ich nicht vertrug. Jetzt (Anfang Oktober) bekam ich ein anderes Präparat verschrieben, ein sogenannter COX2-Hemmer. Er soll den Entzündungsprozess abheilen lassen und die Schmerzen lindern. Ich weiß, das ich während der Auslassphase keine Medikamente nehmen soll, jedoch waren die Schmerzen manchmal so schlimm, dass ich keine andere Lösung dafür fand. Als fing ich zu Anfand der zweiten Woche mit der Therapie an und es ging natürlich voll daneben. Anstatt das es mir besser ging, ging es mir immer schlechter. Innerhalb von wenigen Tagen bekam ich wieder einen trägen Darm und mein Bauch blähte sich fürchterlich. Zudem bekam ich wieder Probleme mit Luftnot und Muskelschmerzen. Leider habe ich die Luftnot nicht sofort mit den Tabletten in Zusammenhang gebracht, sondern dachte ich hätte mich mal wieder erkältet. Auch meine Mahlzeiten machten mir wieder schwer zu schaffen, obwohl ich mich strikt an die Diät gehalten habe. Bis ich nach 10 Tagen die Nase voll hatte. An dem Tag hatte ich frei und ich beobachtete genau, was dieses Medikament mit mir machte. Von da an, habe ich keine Schmerzmedikamente oder sonst etwas genommen.

In Woche drei erholte sich mein Bauch und auch die Verdauung wieder ein wenig. Bis ich feststellte, das selbst Obst, dass beim AIP erlaubt ist, mir nicht bekam. Sobald ich eine kleine Kiwi aß, explodierte der Bauch, ebenso bei einer fast noch grünen Banane oder einer Orange. Es ist wohl alles noch zu viel für den ramponierten Darm. Also, habe ich beschlossen für einige Zeit nur sehr fruktosearme Beeren zu mir zu nehmen. Bei Melone und Co. warte ich lieber noch ein wenig. Diese Erkenntnis brachte mich auch wieder ein Stück weiter. Auch scheint Schweinefleisch für mich nicht allzu bekömmlich zu sein. Bei uns zu Hause wurde wieder mal gegrillt und für mich gab es Schweinenackensteak, gewürzt mit Salz und Pfeffer. Ich konnte dabei zusehen, wie ich aufblähte und alles anfing zu schmerzen. Dafür habe ich am Anfang letzter Woche ein herrliches Rumpfsteak mit Schmorzwiebeln genossen und dazu grünen Salat ohne Paprika und Tomate.

Fazit nach Woche 2 und 3:

Mein Darm/ Körper ist wohl angeschlagener als ich dachte. Es lohnt sich aber auf jeden Fall mit der AIP-Ernährung weiter zu machen. Mittlerweile verzeiht mir mein Bauch kleinere Fehler etwas großzügiger, aber das ist kein Grund nachlässiger zu werden.

Was mir am positivsten aufgefallen ist. Seit etwa drei Wochen quält mich der allseits gefürchtete Heißhunger mich nicht mehr. Ab und an meldet er sich noch mal, kommt aber meistens daher, dass ich über Tag nicht genug gegessen habe. Oft kann ich ihn dann mit einer Möhre wieder besänftigen.

Endlich Licht am Ende des Tunnels: Hashimoto Thyreoiditis


Leider hat die Ernährungsmedizinerin die Segel gestrichen. Als sie sich alles angeschaut hatte, kam sie zu dem Schluss, das meine Diagnosen so umfangreich und komplex sind, dass sie sich das nicht zutraut. Hut ab, dass sie sich das eingestanden hat und es mir klipp und klar gesagt hat. Eine der wenigen Ärzte, die ich kennen gelernt habe, die das gemacht haben.

Also, bin ich wieder zu meinem Spezi-Arzt nach Osnabrück gefahren und habe mich mit ihm beraten. Nach dem ich ihm noch mal sagte, was mir so zu schaffen macht, wie die Erschöpfung/ Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Muskelschmerzen, Depressionen, Gewichtszunahme, hat er eine riesen Menge Blut abgezapft und ins Labor geschickt. Er hat die Überprüfung der Schilddrüsenwerte in Auftrag gegeben.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Ergebnisse da waren. Dabei waren es gerade mal zwei Wochen, denn leider brauchte das Labor so lange dafür.

Was soll ich sagen, es war ein Schock, aber auch eine Erleichterung. Die Werte waren katastrophal. Der TSH zu hoch, ft 3 und ft 4 zu niedrig, der rt 3 war auch aus der Bahn und die Antikörper (TPO) waren erhöht. Die Diagnose: Hashimoto Thyreoiditis.

Ich bekomme seit ca. drei Wochen T 3 und seit ein paar Tagen T4 Hormone. Die ersten Tage mit den T 3 Hormonen waren sehr spannend. Auf einmal rannte ich rum, wie ein Aufzieh-Spielzeug und war nicht mehr zu bremsen. Zum Glück legte es sich innerhalb der nächsten Tage. Der Körper gewöhnte sich recht schnell an die Medikamente. Jetzt fangen wir an die Hormone langsam zu erhöhen, bis die Werte und der Wohlfühlfaktor passen.

Aber ansonsten, weiß ich noch nicht wie ich mit der Krankheit umgehen soll!! 😦

… und weiter gehts


Am Dienstag war ich bei meinem ersten Termin mit einer Ernährungsmedizinerin. Ich bin mir noch nicht sicher, aber sie scheint sehr gut zu zu hören und versteht auch meinen Leidensdruck und der ist imens.

Ich hatte den Termin gemacht, bevor ich letzte Woche meinen total Ausfall hatte. Ich nahm alle Unterlagen mit, die ich habe/ hatte und es war aus meiner Sicht ein gutes Gespräch. Aber an Hand der Fülle der Informationen musste die Ärztin doch erst mal schlucken. Ich erzählte frei heraus, sie stellte Fragen, ich beantwortete alles, soweit ich das konnte. Am Ende einigten wir uns, das sie meinen Ordner erstmal da behält, um sich alles in Ruhe an zu sehen. Die Informationen sind doch so viel und umfassend, das sich sich einen Überblick verschaffen wollte. Wir haben für Freitagmittag einen Termin ausgemacht, um in Ruhe über alles reden zu können.

Ihr erster Verdacht, das es sich um Allergien/ Kreuzallergien handeln könnte. Ich leide seit meiner Teenagerzeit unter Pollenallergien. Es fängt an mit Buche, Hasel, Birke, geht weiter mit Wegerich, Gräsern und Getreide, leider weiß ich gerade nicht ob, da auch Beifuß mitspielt. Oft verschwinden die Pollenallergien mit dem älter werden und manchmal kann es dann zu Kreuzallergien kommen.

Meine Hausärtzin hatte es schon mal in Erwägung gezogen, mich in die Klinik nach Schmallenberg zu überweisen. Aber irgendwie sind wir davon wieder abgekommen, weil sich eine andere Tür auftat und wir gingen diesen erst mal nach.

Tja, wäre ich jetzt sarkastisch, würde ich jetzt sagen, warum auch nicht, das fehlt noch in meiner Liste der „must haves“!!

P.S.: Die Klinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg ist u. a. auf Allergien und Asthma spezialisiert. Genaueres findet ihr auf der Homepage.

Der Bauchweh-Psycho-Zusammenbruch


Gestern war es soweit… Mir ging es so schlecht, das ich von der Arbeit nach Hause fahren musste und gleich zum Arzt gefahren bin. Ich hatte so schlimme Bauchschmerzen, soviel Luft im Bauch, dass ich nicht mehr sitzen oder mich auch nur aufrecht halten konnte.

Seit meiner Reha weiß ich, das Stress meinen Gesundheit stark beeinflußt. Da ist es egal, ob der Stress positiv oder negativ ist. Oft reichen kleine Stressoren aus, um mir Schmerzen in Beine, Rücken oder Bauch zu verursachen. Aber so schlimm wie gestern, war es noch nie.

Ich habe große Probleme an meinem Arbeitsplatz, ich warte seit langem auf ausstehenden Lohn, die Arbeitsatmosphäre verschlechtert sich von Woche und Woche, mein Chef hat haarsträubende Ansichten und Meinungen und verdreht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Seine Lebensgefährtin, die ab und an auch dort hilft, benimmt sich so asozial, das man daran zweifelen muss, ob ich mein Kind in die Obhut dieser Erzieherin geben wollen würde. Als ich vor einigen Jahren dort angefangen habe, hatte ich (aus meiner damaligen Sicht) den besten Arbeitsplatz der Welt. Heute überlege ich mir, was ich sagen möchte, damit nicht wieder wilde Schmipf-Tiraden über mich herein brechen und ich nicht weiß, was ich mal wieder falsch gemacht haben könnte.

Mein Bauch schaukelte sich im Laufe der letzten Wochen immer schlimmer auf. Die Luft sammelte sich immer mehr in meinem Darm. Hatte ich ein paar Tage frei, beruhigte es sich etwas, aber so bald der Arbeitsalltag wieder los ging, blähte es sich schnell wieder auf. Ich merke wie ich die Luft „anhielt“ und nicht mehr richtig durch atmen konnte. Alle Muskeln verkrampften sich in Minuten schnelle und alles dehnen und strecken half nichts.

Gestern hatte es seinen absoluten Höhepunkt. Seit dem Mittagessen ging es mir immer schlechter. Es half nichts, kein Tee, keine Tropfen, keine Entschäumer. Alles für die Katz… Irgendwie hielt ich es bis um fünf Uhr nachmittags aus und machte mich dann schnell auf den Weg nach Hause und direkt zum Arzt. Der erkannte die Situation recht schnell. Wir kontrollierten die Stuhlproben, die alle negativ waren, und hatten dann ein tolles Gespräch, über Jobs und Stress.

Mein Arzt entschied sich dazu, mich erstmal zwei Wochen aus dem Verkehr zu ziehen. Da er schnell merkte, das die Darmprobleme auf jeden Fall da sind, aber durch den Stress so stark beeinflußt werden, das sie nur zu lindern sind, wenn ich zur Ruhe komme. Ich schlucke erst mal über die Dauer, war aber auch erleichtert, das er es nicht auf die leichte Schulter nahm.

Seitdem geht es mir etwas besser. Der verkrampfte Nacken löst sich (hatte ich heute den ganzen Tag Kopfschmerzen). Die Luft geht manchmal etwas ab. Ich bin erleichtert, das ich mich nicht wilden Diskussionen stellen, sondern kann einfach das machen, was ich will.

Stationäre Schmerztherapie


Sie begann etwas turbolent. Ich bin Sonntag am späten Abend aus dem Flieger in Düsseldorf raus, habe das wichtigste in den vorbereiteten Koffer gepackt, Sportschlafen gemacht und am Montagmorgen totmüde ins Krankenhaus.

In meinem Heimat-Krankenhaus ist die Schmerztherapie über zwölf Tage stationär. Selbst wenn man aus dem Ort ist. Man soll die Zeit auf der Station verbringen, um den Alltag zu durchbrechen, zur Ruhe zu kommen und auch wegen der Gemeinschaft, die sich dort bilden soll.

In der Regel nehmen sechs Personen an der Schmerztherapie teil, alle mit verschiedenen Vorgeschichten und Krankheitsbildern. Sie sind in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht, die von der Ausstattung Privatzimmern ähneln, ebenso wie die Verkostung. Es gibt auf der Station einen Aufenthaltsraum, der nur für die Schmerztherapie ist. Dort werden die Mahlzeiten eingenommen, die Vorträge werden dort gehalten und die Entspannungsübungen werden dort durchgeführt. Es steht immer Wasser, Kaffee, Tee und Obst zur freien Verfügung. Unter anderem wird man während der Therapie auf neue Medikamente eingestellt oder von den Medikamenten her umgesellt.

Der Therapieplan sieht Muskelaufbau, Physiotherapie, Aromatherapie, Musiktherapie, psychologische Gespräche, Visiten und gemeinschaftliches Nordic Walken vor. Diese Laufgruppe ist in unserem Ort übrigens schon legendär. 🙂 Der Zeitplan ist stramm und lässt nur wenig Pausen zu.

Das Essen ist halt typisch Krankenhaus. Hier hat es mit meiner Verpflegung überhaupt nicht gut geklappt. Ich war natürlich von der Reha verwöhnt. Aber hier kümmerte sich gar keiner um mich. Es rief keiner an, keiner kam auf die Station für ein persönliches Gespräch, nichts. So kam es wie es kommen musste. Die ersten zwei Tage klappte gar nichts. Es kam das falsche Essen, das Brot war hart wie Stein (sie haben das gf-freie Brot abens zum auftauen raus genommen, in einer spezial Tüte auftauen lassen und am nächsten Tag konnte ich die Diätassistentin damit erschlagen), die Portionen zu klein (sie ließen das Unverträgliche weg, aber es kamen keine Kartoffeln/ Gemüse extra auf den Teller) oder es war nichts passendes im täglichen Plan dabei. Als ich dann mit der Dame sprechen wollte, kam diese nur wiederstrebend aufs Zimmer und kicherte wie ein Teenager, wenn ich mit ihr sprach. Am Ende kam dann raus, sie würden schon auf mein Essen aufpassen. Mein Brot ließ ich mir bringen und nachher auch meinen Nachtisch, den der Hauseigene war so süß, das es schon beim zuschauen an den Zähnen weh tat. Zum Glück hatten wir jemanden bei der Therapie, mit einer großzügigen Familie. Der junge Mann war/ ist türkischstämmig und seine Familie versorgte in mit allem, was sie für nötig hielten. Es war immer viel zu viel. Gelobt sei das leckere Köfte, auch wenn es nicht glutenfrei und milchfrei war, aber es hat mich einen Abend und Mittag gerettet.

Die anderen Therapien war sehr gut. Das Aufbautraining gut abgestimmt, die Physiotherapie hat richtig was gebracht, vor allem meine verkürzte Brustmuskulatur wurde ausmassiert und gedehnt. Das eine Mal knackte mein Rücken so vernehmlich, das der Therapeut stolz war, auf seine lockernde Massage. Das Kinesiologie-Tape hat mir viele Schmerzen genommen und mir beim aufrichten meiner Schultern und Rücken geholfen. Das Nordic Walken gestaltete sich etwas schwierig, da ich doch recht fit und flott bin und manchmal etwas unterfordert war. Aber es hat trotzdem was gebracht und lustig war es auch.

Die Aromatherapie bestand aus einer Wohlfühlmassage der Arme, Hände, Beine und Füße, mit einem auf mich abgestimmten Aromaöl. Es war mal was anderes und es tat sehr gut, die Erholung und Entspannung genießen zu können.

Etwas das ich gar nicht kannte, war die Musiktherapie. Meine Schmerzen werden in Töne „umgewandelt“ (z. B. dumpf, stechend, mit depressiver Grundstimmung), die zu einer Schmerzmusik zusammengestellt/ komponiert wurde. Dann wird eine Heilungsmusik komponiert. Ich sollte mir eine Szene vorstellen, die mir sehr viel Freude macht, in meinem Fall war es ein Ausritt in den Wald, mit Vogelgezwischer, Wind in den Bäumen, leichter fröhlicher Musik und ein in Musik gefasster schneller Galopp aus Trommeln und zum Ende wieder ruhigere Musik, wenn man wieder am Stall ankommt und zur Ruhe kommt. Ziel der Therapie ist es die Schmerzen mit der Schmerzmusik im Kopf zu verbinden und später die Schmerzen mit Hilfe der Lautstärke zu regulieren. Die Heilungsmusik soll bei der Entspannung helfen und die guten Gefühle wieder in den Vordergrund stellen. Es braucht ein wenig Zeit um die Verknüpfung im Kopf her zu stellen, aber es hilft. Es soll schon vorgekommen sein, das jemand in der Therapiestunde Rotz und Wasser geheult hat. Viel weiter entfernt, war ich auch nicht.

Das Gespräch mit der Psychologin hat mich lange beschäftigt. Ich hatte schon ein Gespräch während der Reha, aber es hat mir nicht viel gebracht. Ich weiß, das ich ein Mensch bin, mit einem hohen Verantwortungsbewußtsein. Genau dieses steht mir immer wieder im Wege und hindert mich daran, mich auch mal krank zu melden oder einfach nur mal ich zu sein. In der Reha zeichnete es sich schon ab, das ich mit meiner Situation in meinem Job nicht zufrieden bin und es mich sehr stark belastet. Auch wurde eine leichte Depression festgestellt. Die Psychologin riet mir dazu, einfach mal an mich zu denken, alles andere zurück zu stellen und einfach mal ich zu sein. Nicht jedes Mal ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich was für mich selber mache, sondern mir zu sagen: ICH DARF DAS!! Ich darf krank sein. Ich darf, den Vormittag vertrödeln. Ich darf… Es wurde uns ein Stundenplan ausgehändigt, um für die Zeit nach der Therapie, unseren Alltag zu planen, wo Zeit für Sport ist oder für Entspannung. Als ich meinen ausfüllte, erschreckte es mich, wie viel rot für Arbeit darauf eingezeichnet war/ ist und wie viel Zeit für mich blieb. Es war ein regelrechter Schock für mich und beim nächsten Gespräch mit der Psychologin, steigte ich ihr meinen Plan und hatte die ganze Zeit Tränen in Augen.

 Die Sache mit den Medikamenten ging voll in die Hose. Für die Schmerztherapie wird das Antidepressivum Amitriptylin verwendet. In niedriger Dosierung eingesetzt, um den Schlaf zu fördern, die Schmerzen zu beseitigen, die Entspannung herbeizuführen und natürlich zum Happy werden. In dem Sinne waren die Tropfen ein voller Erfolg. Die ersten zwei Tage bekam ich fünf Tropfen. Mein Freund, der mich abends besuchte, sagte: Man könne mir beim Augen verdrehen und einschlafen zusehen. Leider schlug mir das Medikament auf den Blutdruck und mir war ständig schwindelig. Nach langem zögern, wurden die Tropfen bis auf drei reduziert. Aber selbst damit hatte ich noch ein riesige Probleme. Den einen Sonntag haben meine Zimmergenossin und ich so komatös geschlafen, das wir nicht mitbekamen, wie der Pfleger, mit riesem Radau, das Zimmer betrat um uns zu wecken. Da ich aber nicht alles sofort verfluchen wollte, habe ich mit den Tropfen weiter gemacht und nach einer Woche besserte sich alles etwas, außer der komatöse Schlaf.

Fazit: Im großen und ganzen war die Schmerztherapie ein großer Erfolg. Vor allem die Physiotherapie hat mir sehr viel gebracht, zusammen mit der Musiktherapie und der vielen Bewegung.

Durch das Gespräch mit der Psychologin sind mir die Augen geöffnet worden, das ich mir auf Dauer einen anderen Job suchen muss. Was leichter gesagt ist, als getan. Vorallem wenn man Gesundheitlich eingeschränkt ist.

Im nachhinein war die medikamentöse Behandlung ein großer Fehler. Das wurde mir aber erst ca. drei Wochen später bewusst, als ich schon lange wieder zu Hause war. Aber dazu ein andermal mehr.

Reha in Bad Bertrich


Die Reha war toll!! Die Erholung fing mit der Zugfahrt an, alles klappte wie am Schnürchen. Selbst die kleine Verspätung in Koblenz, war nicht wirklich schlimm.

Bad Bertrich liegt in einem Talkessel mitten in der Vulkaneifel. Wunderschön, aber am A… der Welt!! Es gibt dort Reha-Kliniken, Restaurants/ Cafes, Kneipen, Hotels, eine Bank und ein Zeitschriftengeschäft, aber keinen Supermarkt, nichts. Oh, ich habe die Friseure und die Apotheke vergessen.

Die Klinik liegt am Ortsausgang, gegenüber der Eifeltherme. Die Zimmer sind nicht die modernsten, aber sauber. Das kleine angeschlossene Bad erinnerte etwas an die achtziger, gerade die Farbgebung, aber es war sauber und zweckmäßig.

Direkt am ersten Tag, wurde ein ausführliches Anamnese-Gespräch geführt, so das man direkt am nächsten Tag mit der Therapie anfangen kann. Die ersten Tage der Bewegungstherapie waren noch recht angenehm und entspannt, jedoch die nachfolgenden Wochen, waren picke-packe-voll, mit Krafttraining, Rotlicht, Walken, Krankengymastik, Rückenschulen und Vorträgen. Nur beim Ernährungsvortrag habe ich mich abgemeldet. 🙂 Die Therapeuten waren alle durch die Bank weg gut. Sie hörten aufmerksam zu, empfahlen Übungen oder strichen welche, falls es nicht ratsam war.

essen-fuer-blogAls ich losfuhr hatte ich riesige Angst, das ich mit dem Essen auf die Nase falle und dann dort festsitze und nichts machen kann. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Es hat alles prima geklappt. Ich bekam abwechslungsreiche Mahlzeiten vorgesetzt, trotz meines eingeschränkten Ernährungsplanes. In den ersten Tagen tauchten noch ein paar Fragen auf, die aber schnell geklärt werden konnten. Der Chefkoch war so froh, das ich gut versorgt war und, obwohl ich mehr arbeit machte als andere Gäste, so genügsam war und alles mochte, was sie mir kochten.

Trotz des vollen Trainingsplanes, hatten wir genug Freizeit um den Ort und die Umgebung zu erkunden. Da ich kein Auto dabei hatte, gingen wir vorallem viel wandern. Die Wege waren nicht immer leicht zu bewältigen, aber 20160904_144052die Aussichten die einen zur Belohnung erwarteten, waren wunderschön. Die Klinik hatte einen kleinen Garten, mit einem Raucherpavillion, mehreren Sitzecken mit Bänken und Tischen und einer Rasenfläche mit Relaxliegen. Es gab immer wieder Pausen zwischen den Anwendungen, wo man sich mal ein paar Minuten ausruhen konnte oder auch den Nachmittag verbringen konnte.

Fazit: Die Reha war ein voller Erfolg. Die Bewegung, die Ruhe und sich nicht um das Essen zu kümmern, tat mir richtig gut. So manches mal kam ich an meine körperlichen Grenzen, aber ich erholte mich erstaunlich schnell. Ich war mit Abstand die jüngste, hatte aber das Glück an einen Tisch zu kommen, wo mehrere dabei waren, die nicht so viel Älter waren als ich und wir verstanden uns prima.

Ich stellte allerdings fest, dass es um mein Immunsystem sehr schlecht bestellt war/ ist. Das Schwimmen ist mir nicht gut bekommen. Ich kühlte wohl zu schnell aus und bekam nach jedem Baden eine Erkältung. Ein Gespräch mit der Psychologin brachte auch noch mal ein wenig Licht in so manche fest gefahrene Situation. Aber leider ließ sich so manches nicht ändern oder braucht Zeit.

Das allerbeste waren allerdings, die vier Wochen Sonnenschein. Ich kam braungebrannt nach Hause und sah aus, als wäre ich an der Toskana gewesen und nicht in der Eifel. Oft hatten wir um die 30° Grad im Schatten. Man konnte sie aber im Garten gut ertragen. 🙂

Ja, ich war vier Wochen weg. In der ersten Woche hatte ich um eine weitere Wochen gebeten und sie ist mir bewilligt worden. Aber länger bleiben wollte ich nicht, irgendwann wollte ich dann doch nach Hause.

Auch merkte ich in der Reha, wie instabil und labil meine Psyche ist. Die Ruhe tat mir zwar sehr gut, aber ich kam auch ins grübeln. Dort bekam ich schon die ersten Anstöße, das ich mein Leben verändern muss.

Wenn das immer so einfach wäre…

Hallo, bin wieder da …


… und hoffe ihr nehmt es mir nicht übel! (schäm)

Es war viel los, es gibt viel zu erzählen (schreiben) und es ist noch mehr passiert. Ich habe viel gelernt, viele Erkenntnisse gewonnen, viel nachgedacht und festgestllt das es mehr als nur schwierig ist und alles andere als einfach ist, sein Leben zu ändern und umfassend alles auf den Kopf zu stellen.

Aber jetzt genung mit dem grüblerischen, dazu später mehr. Die Reha und auch die Schmerztherapie haben mir sehr gut getan. In jeglicher Hinsicht. Ich hatte Zeit für mich, bekam eine Menge Denkanstöße und noch mehr Sport und Bewegung. Obwohl ich im nach hinein sagen, muss das mir die Medikamente der Schmerztherapie nicht gut taten. Ich kämpfe immer noch mit den Nachwirkungen.

Auch habe ich festgestellt, das es mir diesen Winter auch nicht wirklich gut. Die Kälte macht mir zu schaffen und soviel kann ich manchmal gar nicht anziehen, das mir die Beine und der Rücken nicht wehtun. Auch bin ich dieses Jahr sehr empfindlich. Sobald ich ein wenig Zugluft oder kalte Luft abbekomme, bin ich sofort erkältet. Vor zehn Tagen war ich bei leichten Plusgraden draußen Walken und hatte keine Mütze auf, am nächsten Tag hatte ich Schniefnase. 😦 Aber gut ich kann es nicht ändern. Ich muss es halt hinnehmen.

Ich versuche in den nächsten Tagen noch mehr zu berichten. Mit ausführlichen Berichten zur Reha und der Schmerztherapie.

Also bis bald!

Es wird gerade alles zu viel…


Ich möchte nur noch meine Ruhe haben. Alles prasselt auf mich ein und ich weiß nicht, wie ich gerade alles auf die Reihe bekommen soll. Meine TO-DO-Liste für die Reha ist so lang und meine Zeitfenster so klein, um alles zu erledigen. Kann ich nicht wie Jeannie, einmal mit dem Kopf nicken und es ist Mittwochmorgen und ich sitze im Zug zur Reha? Schön wärs.

Alles fing mit dem Backmarathon am Sonntag an. Den habe ich ja ganz gut geschafft und überlebt. Am Montag war mein normaler Arbeitstag. Morgens musste ich schon mit der Firma telefonieren, die meinen Koffer abholen soll (ich brauche nur mein Handgepäck schleppen). An dem Tag, der für mich vorgesehen ist, ist in der Zeit keiner da. Alle haben Termine, sind arbeiten oder sonst was. Also musste ein anderer Abholort gefunden werden. Jetzt schleppe ich mein Gepäck mit zur Arbeit und lasse es dort abholen. An diesem Montag gab es viel zu tun. Am Wochenende ist bei uns ein Heimatfest und es müssen eine Menge Vorbereitungen getroffen werden. Nach Feierabend warteten noch einige Kleinigkeiten die erledigt werden mussten und dann war es auf einmal halb zehn.

Der Dienstag ging so weiter, im Laden stapelten sich die Aufgaben und zu Hause wurden die Listen immer länger. Vor der Arbeit dort hin, das holen, ein anderes bestellen, in der Mittagspause das nächste abgearbeitet und abends das Bestellte abgeholt und in den Koffer geschmissen, weil, das darf ich auf keinen Fall vergessen.

Der Mittwoch war etwas ruhiger. Nach dem Sport, der mir auch vom Kopf her sehr gut tat, ab in die Drogerie, vollgepackt mit dem Fahrrad nach Hause, schnell essen, ab zum Friseur, weil die Haare sch… aussehen und einfach doof sind. Abends Büro putzen gehen und danach erschöpft aufs Sofa fallen. Aber die Tasche mit dem vom morgens gekauften musste noch ausgepackt werden und alles in den Koffer. Oh, aber der Tag hatte auch was gutes. Ich habe für dreißig Euro eine Hose, drei T-Shirts und einen Haufen Socken erstanden und die Haare waren wieder schön. 🙂

Der heutige Donnerstag begann um sechs Uhr. Ein schnelles Frühstück und um acht musste ich beim Orthopäden sein. Dort war ich schnell wieder raus, auf dem Weg nach Hause, noch Späne (Einstreu für die Haustiere) eingekauft. Aufs Fahrrad und den Haufen Socken umgetauscht, weil, falsche Größe, zur Apotheke und noch mal was bestellen und wieder arbeiten. Dort wartete auch wieder eine Menge Unerledigtes auf mich, Ware ausgepackt, auszeichnet, alles ins Internet und nach Feierabend wieder an der Apotheke vorbei und alles abgeholt.

Und das hört nicht auf. Denn die Wäsche muss noch gewaschen werden, alles auffalten, so gut wie möglich faltenfrei in den Koffer, die Reste abbacken, damit ich auch auf jeden Fall genug habe. Hoffen das alles in die Koffer passt und notfalls mit Gurtbändern vorm platzen sichern. Ach ja, und putzen muss ich auch noch zwischendurch, da wir auch noch Besuch bekommen.

O-Ton meines Freundes: „Was machst du dir für einen Stress? Das ist der Grund, warum ich meinen Koffer erst kurz vor der Abreise packe!!“ Schnucki-Putzi, wer macht denn deine Wäsche, wenn du mal wegmusst? Du bestimmt nicht…

Die Reha wirft ihre Schatten vorraus


Die Vorbereitungen für die Reha sind im vollen Gange. Es wird eingekauft, gewaschen, eingepackt, ausgepackt und zusammen gesucht, was das Zeug hält. Der Klappkorb, mit den Sachen die nicht fehlen dürfen, wird immer voller. Aber fangen wir von vorne an.

Kurz nachdem die Einladung der Reha-Klinik bei mir eintraf, nahm ich Kontakt mit der Ernährungsberaterin auf. Ich bombardierte sie mit einem Haufen fragen, ich sagte ihr die grundlegenden Fakten und sie war sehr aufgeschlossen und interessiert. Am Ende des Gespräches kam raus, sie können mich mit Brot versorgen, ich darf einen Verteiler Kühlschrank mit nutzen, um ein paar Sachen unterzustellen und der Koch lässt mich ein paar Sachen im Tiefkühlhaus unterbringen, denn Kuchen (Muffins), Schokolade und alles Knabberzeug muss ich mir mitbringen. O-Ton der Beraterin, „Es gibt hier keine Möglichkeiten einzukaufen, vorallem nicht so was spezielles.“

In dem Telefonat, registrierte ich diese Aussage noch nicht sofort. Erst später dämmerte mir, was sie mir da offenbarte. Also nahm ich meinen Laptop und googelte nach Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten. Reformhäuser und Biomärkte ließ ich gleich aussen vor. Was soll ich sagen/ schreiben???? Es gibt in diesem Ort nur einen Metzger, einen Zeitschriftenhandel, Klamottenläden, Friseure, eine Menge Cafes/ Konditoreien, Restaurants und Kurkliniken…. Sonst nichts!!!!! Der nächste Supermarkt ist ca. 15 km entfernt. Die Kommentare der Familie waren, „Das ist ein Kurort und du sollst dich erholen und nicht einkaufen was das Zeug hält!“ und grinsten übers ganze Gesicht. Nä, was schäbig!!!

Also ran ans Backblech und die Muffinform und backen was das Zeug hält. Es gilt drei Wochen durchzuhalten. So entstanden in einem Backmarathon verschiedene Muffinvariationen und mein Brot fürs zu-Hause-Frühstück. Mein Freund, der reichlich probieren durfte, fragte irgendwann, „wann gibts denn Kuchen?“, zog enttäuscht nach dem, „Gar nicht, die sind für die Reha!“ wieder ab.

Nach Stunden langen rühren, Zutaten zusammen schmeißen und backen fiel ich um sechs Uhr abends müde aufs Sofa, fix und fertig, aber mit Muffins für ca. 2 Wochen versorgt und eingefroren. Aber ich bin noch nicht ganz fertig geworden, ich werde wohl noch einmal einen Backsonntag einlegen müssen. Es sollte doch soviel dabei raus kommen, das ich jeden Tag so 2 Stück Essen kann. Aber ich werde auch noch unser Reformhaus plündern und ein paar fertige Kekse einkaufen und Schokolade, denn bei der lohnt es sich kaum, die selber zu machen.

Irgendwie freue ich mich auf die Reha, aber es ist doch ne Menge Arbeit zu erledigen. Zu meinem Glück, muss ich fast die ganze Woche arbeiten und habe nur den Mittwoch Zeit um noch eine Menge zu erledigen. Ansonsten bleiben nur die knappen Zeitfenster  vor und nach der Arbeit und zwischen den Jobs. Das wird noch anstrengend, bis der erste Koffer in einigen Tagen abgeholt wird.