Das mit dem Pech…


Ihr habt lange nichts von mir gehört und das hatte einen guten Grund. Ich hatte mir das Handgelenk gebrochen und da war nichts mit schreiben. In jeglicher Hinsicht. Aber die Umstände, wie das alles passiert ist, die waren echt kurios… 🙂

Nach meinem Paleo-Frust, stellte ich meine Ernährung auf normale Kost um, mit Kohlehydrate und allem Zipp und Zapp. Allerdings wusste ich ja schon, dass Gluten nicht mein Freund ist und Zucker tauschte ich durch Traubenzucker aus. Ich lud meinen Ernährungsfrust bei meinem Freund ab, darauf sagte er mir: „Ruf doch bei den Ernährungsdocs an, vielleicht kann dir da jemand helfen.“ Ich war ein wenig skeptisch, durchsuchte aber erst mal das Internet. Leider mit mässigem Erfolg. Die Praxis von Frau Dr. Fleck hatte erst Termine im neuen Jahr, Dr. Klassen nahm nur Privatpatienten. Als einzige Möglichkeit blieb die Praxis von Herrn Dr. Riedel. Mutig rief ich die Telefonnummer auf der Webseite an und schilderte der Dame am Telefon mein Problem. Ich teilte ihr mit das ich ab dem 1. Juli Urlaub hätte und ob sie in den nächsten 14 Tagen einen Termin frei hätte. „Wie sieht es bei Ihnen am 2. Juli aus? Ich habe einen Termin um 14:30 Uhr.“ Meine Antwort: „Nehme ich!“

Also machte ich mich am besagten Tag auf den Weg nach Hamburg. Ich fuhr mit dem Zug, da ich keine Lust auf Verkehrschaos und Stau hatte. Ich kam kurz vor Mittag in Hamburg an und spazierte durch die sommerliche Hitze der Fußgängerzone. Genoß die Stadt, die Alster und machte Pause am Rathaus. Um ca. 13:00 machte ich mich auf den Weg zur Praxis. Man hatte mir eine Beschreibung gegeben und ich wollte etwas früher dasein, damit ich in Ruhe schauen konnte, wo alles war und eventuell noch eine Kleinigkeit essen.

Die Fahrt in der U-Bahn dauerte nicht lange, ich hatte also genug Zeit und bummelte noch durch die Einkaufspassage und schaute also wo ich hin musste. Leider hatte ich nicht mitbekommen, das die Straße draußen abschüssig war. Ich verließ also die Passage, schaute mich nach dem Eingang um und ging noch ein paar Schritte weiter, als sich auf einmal ein Loch unter meinen Füssen auftat. Ich stürzte ungebremst zwei Stufen runter und landete unsaft auf meinem rechten Handgelenk.

Mein Glück, ich stürte in unmittelbarer Nähe einer Apotheke. Eine Mitarbeiterin kam mir auch sofort zur Hilfe und brachte kurz darauf auch noch ein Kühlpack mit. Die Kollegin rief sofort den Notruf an. Als ich mir mein Handgelenk anschaute, war auf den ersten Blick klar, das Handgelenk ist durch. Zudem fiel ich noch einer Passantin vor die Füße, die allerdings erschrockener war als ich. Es stellte sich heraus, das sie ebenfalls in die Praxis wollte, netter weise hat sie mich abgemeldet, da ich offensichtlich unpässlich war.

Zum erstaunen aller war ich ziemlich ruhig und abgeklärt. Was sollte ich auch anderes machen? Die Hand kaputt, der Termin hinfällig und es dämmerte mir der Verdacht, dass es heute wohl nicht hätte sein sollen.

Der Rettungswagen kam mit einem riesigen Tamtam. Die beiden Sanitäter halfen mir den Rucksack abzunehmen, bugsierten mich in den Wagen und brachten mich in die nächste Klinik. Dort wurde ich erstmal in den nächsten freien Raum gefahren und man parkte mich dort. Ich weiß nicht wie lange ich dort wartete, aber mittlerweile kamen die Schmerzen und am linken Fuß bildete sich eine Beule. Irgendwann war ich nicht mehr so cool und es liefen die ersten Tränen, es tat schon ziemlich weh. Die nächstbeste Person die vorbei kam, rief ich an und hatte Glück, das ich einen Arzt erwischt hatte. Der versprach Hilfe gegen die Schmerzen und kam kurz darauf mit einer Schwester und Kanülen und Nadeln wieder. Er legte den Tropf an und zum ersten Mal war ich froh, das die Wirkung so schnell einsetzt. Er nahm alle Verletzungen auf und man brachte mich zum Röntgen. Da wurde das Ausmaß sichtbar. Trümmerbruch im rechten Handgelenk.

Der Bruch wurde gerichtet (das war richtig fies), ich bekam eine Ladung Schmerzmittel mit, meine Unterlagen und die Auflage mich sofort bei meinem Chirurgen zu Hause zu melden. Zu diesem Zeitpunkt war ich richtig froh, das ich mit dem Zug gefahren war, ich hätte nicht gewußt wie ich nach Hause kommen sollte.

Das Ende vom Lied: das Gelenk wurde operiert, seitdem lebt ein „Gespenst“ (Metallplatte, auf dem Röntgenbild sieht es wirklich so aus 🙂 ) in meinem Arm, Kapselverletzung am oberen linken Sprunggelenk, 8 Wochen Schienen und Orthese. Mittlerweile kann ich wieder tippen und schreiben und Spaziergänge machen.

Als ich die ersten Tage überstanden hatte rief ich wieder in Hamburg in der Praxis an und erklärte erneut meine Situation. „Oh, Sie sind die Dame, die vor unserer Haustür gestürzt ist.“ Na, toll, ich hatte mal wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 😉

Mittlerweile hatte ich zwei Termine in Hamburg. Zur Ernährungsberatung schreibe ich allerdings beim nästen Mal, meine Hand braucht eine Pause. :-/

Paleo-AIP die erste Woche


Puuh, das waren erste harte 14 Tage!! Wer hätte gedacht, das es einem so mies gehen kann. Dagegen waren die Bauchweh (bei falscher Nahrungsaufnahme) ein sch….dreck! :-0

Ich habe mein Paleo Programm „inoffiziell“ fast eine Woche früher begonnen. Ich habe den Startbutton am 24.09. gedrückt, jedoch dauert es ein paar Tage bis das Programm beginnt. Die Paleo Woche beginnt mit einem Samstag. Am Donnerstag vorher bekomme ich eine Email mit allen wichtigen Dingen, wie Essensplan, Einkaufsliste, Tipps und und und. Da ich nicht, wie die meisten Arbeitnehmer, am Samstag frei habe, renne ich an meinem „Wochenende“ in den Supermarkt und kaufe ein was das Zeug hält. Leider sagt mir nicht der gesamte Speiseplan zu. Ich mag absolut keinen Fisch und gegen Innereien sehe ich mich auch ein wenig an. Abgesehen davon gibt es hier im Umkreis keinen Metzger, wo ich so was kaufen könnte. Manches ist/ war mir einfach auch zu teuer. Also, habe ich mir einige Mahlzeiten herausgesucht, mit den Sachen die ich mag oder mich arrangieren kann bzw. der Aufwand nicht so hoch ist, wenn ich morgens früh raus muß.

Gesagt, getan! Die erste Woche habe ich fast nur gekocht und gebacken und noch mehr gekocht. Der Aufwand ist/ war riesig. Kürbis in den Ofen, das Biest vorher noch schälen und schneiden und das mit der Kraft eines Gummibärchens (im Moment fühle ich mich so). Ich habe Brühe gekocht und noch nie soviel Fleisch gegessen, wie in den letzten Tagen. Aber das ist das einzige, mit Kokosöl und Kokosmilch, das mir genug Energie gibt. Ich bereite immer soviel vor, das ich auch genug zu essen habe, das ich was mit auf die Arbeit nehmen kann.

Dann kam der Entzug! Wisst ihr eigentlich, wie schlimm die ersten Tage ohne Kaffee sind? Noch viel schlimmer. Dabei hatte ich schon auf nur noch eine Tasse pro Tag reduziert. Boah, hatte ich Kopfschmerzen… Dazu kam noch, das die fiesen kleinen Bakterien in meinem Bauch um ihr Leben kämpften. Der Kohlehydratentzug machte aus mir einen Zombie. Es raubte mir die letzte Energie. Mein Kreislauf sackte ab, abwechselnd war mir heiß und kalt, meine Muskeln schmerzten und ich fühlte mich wie ausgebrannt. Die kleinsten Erledigungen erforderten eine Wahnsinns Konzentration und Aufmerksamkeit, damit ich in meinem Tran nicht alles vergaß.

Doch nach fast einer Woche, als das „offizelle“ Programm begann, ging es mir langsam besser. Die schlimmsten Symptome der Herxheimer Reaktion ließen nach und ich bekam langsam wieder etwas mehr Energie und Kraft. Ich gewöhne mich an das viele kochen und backen und vorbereiten und empfinde es gar nicht mehr als so schlimm. Mein Frühstück bereite ich für zwei Tage zu und oft koche ich die doppelte Menge, so das es für mehrere Tage reicht. Zudem habe ich einen riesen Topf Suppe gekocht und diese in Weck-Gläser eingekocht. Falls es mal schnell gehen soll/ muß habe ich immer was auf Vorrat.

Schwierig war es auf meinem Geburtstag. Fur einen Tag, wollte ich nicht alles hin werfen. Also habe ich einen Paleo-AIP Kuchen gemacht. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, da jeglicher Zucker fehlt, aber er war genießbar. Die Reste habe ich für Notfälle eingefroren. Ich darf nur nicht mehr als eines davon essen, sonst verbringe ich den Tag auf dem Klo. Kokos enthält viel Inulin und der treibt, wenn man zuviel davon ist. 😉

Ich versuche eine große Abwechslung in den Speiseplan einzubauen, und so ziemlich alles an Gemüse zu verarbeiten, welches mir schmeckt und erlaubt ist. Gestern kam mir die Idee für eine Zucchinilasagne mit einer „Bechamel“ aus Kokosmmilch und Kurkuma und natürlich Hackfleisch, Zwiebeln und Knoblauch.

Früher war ich keine kreative Köchin, aber so langsam wird das was… 😉

P.S.: Nach 14 Tagen Paleo-AIP habe ich einen so flachen Bauch, wie seit vier oder fünf Jahren nicht mehr. Allein das ist schon ein Grund durchzuhalten.

Es wird gerade alles zu viel…


Ich möchte nur noch meine Ruhe haben. Alles prasselt auf mich ein und ich weiß nicht, wie ich gerade alles auf die Reihe bekommen soll. Meine TO-DO-Liste für die Reha ist so lang und meine Zeitfenster so klein, um alles zu erledigen. Kann ich nicht wie Jeannie, einmal mit dem Kopf nicken und es ist Mittwochmorgen und ich sitze im Zug zur Reha? Schön wärs.

Alles fing mit dem Backmarathon am Sonntag an. Den habe ich ja ganz gut geschafft und überlebt. Am Montag war mein normaler Arbeitstag. Morgens musste ich schon mit der Firma telefonieren, die meinen Koffer abholen soll (ich brauche nur mein Handgepäck schleppen). An dem Tag, der für mich vorgesehen ist, ist in der Zeit keiner da. Alle haben Termine, sind arbeiten oder sonst was. Also musste ein anderer Abholort gefunden werden. Jetzt schleppe ich mein Gepäck mit zur Arbeit und lasse es dort abholen. An diesem Montag gab es viel zu tun. Am Wochenende ist bei uns ein Heimatfest und es müssen eine Menge Vorbereitungen getroffen werden. Nach Feierabend warteten noch einige Kleinigkeiten die erledigt werden mussten und dann war es auf einmal halb zehn.

Der Dienstag ging so weiter, im Laden stapelten sich die Aufgaben und zu Hause wurden die Listen immer länger. Vor der Arbeit dort hin, das holen, ein anderes bestellen, in der Mittagspause das nächste abgearbeitet und abends das Bestellte abgeholt und in den Koffer geschmissen, weil, das darf ich auf keinen Fall vergessen.

Der Mittwoch war etwas ruhiger. Nach dem Sport, der mir auch vom Kopf her sehr gut tat, ab in die Drogerie, vollgepackt mit dem Fahrrad nach Hause, schnell essen, ab zum Friseur, weil die Haare sch… aussehen und einfach doof sind. Abends Büro putzen gehen und danach erschöpft aufs Sofa fallen. Aber die Tasche mit dem vom morgens gekauften musste noch ausgepackt werden und alles in den Koffer. Oh, aber der Tag hatte auch was gutes. Ich habe für dreißig Euro eine Hose, drei T-Shirts und einen Haufen Socken erstanden und die Haare waren wieder schön. 🙂

Der heutige Donnerstag begann um sechs Uhr. Ein schnelles Frühstück und um acht musste ich beim Orthopäden sein. Dort war ich schnell wieder raus, auf dem Weg nach Hause, noch Späne (Einstreu für die Haustiere) eingekauft. Aufs Fahrrad und den Haufen Socken umgetauscht, weil, falsche Größe, zur Apotheke und noch mal was bestellen und wieder arbeiten. Dort wartete auch wieder eine Menge Unerledigtes auf mich, Ware ausgepackt, auszeichnet, alles ins Internet und nach Feierabend wieder an der Apotheke vorbei und alles abgeholt.

Und das hört nicht auf. Denn die Wäsche muss noch gewaschen werden, alles auffalten, so gut wie möglich faltenfrei in den Koffer, die Reste abbacken, damit ich auch auf jeden Fall genug habe. Hoffen das alles in die Koffer passt und notfalls mit Gurtbändern vorm platzen sichern. Ach ja, und putzen muss ich auch noch zwischendurch, da wir auch noch Besuch bekommen.

O-Ton meines Freundes: „Was machst du dir für einen Stress? Das ist der Grund, warum ich meinen Koffer erst kurz vor der Abreise packe!!“ Schnucki-Putzi, wer macht denn deine Wäsche, wenn du mal wegmusst? Du bestimmt nicht…

Kann ich jemals wieder auf einem Pferd sitzen?


Seit der Diagnose sind ja mittlerweile ein paar Tage vergangen. Ich bin sehr unsicher und weiß so gar nicht, was mich erwartet. Meine Schwiegermutter hat schon seit Jahren Fibromyalgie und ich weiß nicht wie ich ihr Verhältnis dazu beschreiben soll. Ich glaube sie ruht sich gerne auf ihr aus, damit sie Bestimmtes nicht tun „kann“, weil es ja doch so schmerzt. Mit ihr kann ich nicht darüber sprechen. Da darf ich mir nur anhören, wie schlecht es ihr geht. Ich möchte mich aber nicht davon runter ziehen lassen. Normalerweise würde ich solchen Leuten aus dem Weg gehen, leider geht das in diesem Fall nicht immer.

Es geht mir im Bezug auf die Müdigkeit etwas besser, da ich glaube, das die Diagnosestellung einen großen Leidensdruck von mir genommen hat. Aber gleichzeitig tun sich andere Probleme auf. Wie lerne ich, mit den Muskelschmerzen umzugehen, die Einschränkung zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen? Schließe ich mich einer Selbsthilfegruppe an oder gründe ich eine mit meiner Freundin, die auch betroffen ist? 😉 Kann ich jemals wieder das machen, was ich mir am allermeisten Wünsche? Werde ich je wieder auf einem Pferd sitzen? Kann ich die Radtour machen, die ich schon seit Jahren fahren möchte?

Immer wieder stoße ich im Alltag an meine Grenzen. Die heutige war ein gemütlicher Spaziergang von ca. 1 1/2 Stunden. Der Wind war kalt und auf halben Weg erwischte mich ein Regenschauer. Der Wald hielt viel Regen ab, so das ich nur ein paar Tropfen ab bekam, aber es war mir so kalt von den paar Minuten warten. Ich musste mich nach dem Spaziergang in eine Decke wickeln, damit es mir wieder besser ging und ich wieder warm wurde. Das Wäsche rauf und runter tragen, stellt mich vor enorme Herausforderungen, vor allem die Treppen, die sich wie ein Mount Everest anfühlen. Staubsaugen schiebe ich schon lange auf den Herz-Allerliebsten ab. Beim Pilates muss ich oft Übungen unterbrechen, da sie mir zu anstrengend werden, ebenso bei dem moderaten Krafttraining. Ich bin doch erst 39. Ich frage mich immer wieder, wie soll das weiter gehen? Wann kommt der nächste Schub? Ist er so schlimm, wie der letze? Gibt es jemanden, der mir ehrliche Antworten geben kann und helfen kann die Unsicherheiten abzubauen?

Instinktiv habe ich aber einige Dinge richtig gemacht. In meinem Fitness-Center gibt es eine Hydrojet-Massageliege. Die nutze ich seit einem Jahr regelmässig, ebenso wie die Faszienrolle, sie tut richtig gut. Mit Wärme komme ich gut zurecht. Die letzten Tage waren eine Wohltat. Ich hatte mir mit meiner Gartenliege einen Platz in der Sonne gesucht. Es war herrlich. Oft hatte ich mich im Winter sehr dick angezogen, es linderte die Schmerzen auch ein wenig. Auch die Vegane glutenfreie Ernährung war der richtige Ansatz. Letzten Sonntag hatte ich Heißhunger auf eine Bratwurst und ich habe sie mit Genuß gegessen. Leider brauchte ich danach fast eine Woche um mich davon zu erholen. So schlimm schmerzten die Muskeln in den Oberschenkeln und im Rücken. Es war so schlimm, das ich die Pfötchen, des kleinen Hündchen nicht haben konnte, wenn er an mir hochsprang. Auch jetzt tun sie weh, wenn ich vor dem Computer sitze. Die Muskeln fühlen sich immer hart und verkrampft an. Ich weiß gar nicht was ich dagegen tun kann und Magnesium hilft nur bedingt. Die Faszienrolle nimmt ein wenig von den Schmerzen, wenn ich ein paar mal darauf rum rolle.

Es ist alles nicht so einfach. Vorallem wenn man mit so einer Diagnose allein gelassen werde. Aber wie immer in meinem Leben. Wenn ich etwas mache, dann richtig und nie den einfachen Weg. 😉

„Da haben wir doch drüber gesprochen…“ Hmmm, war ich dabei?


indexVergangene Woche hatte ich einen Termin in DER namhaften Rheumaklinik hier im Münsterland. Nach Absprache mit der Sekretärin, sollte ich alle Befunde, MRT- und Röntgenbilder und was ich sonst noch hatte und natürlich eine Überweisung vom behandelnden Rheumatologen, mitbringen.

Mittwoch sollte der Termin sein und ich habe dann am Montag eine Überweisung beim Rheumatologen bestellt. „Ich weiß nicht, ob wir die so ausstellen können, da muss ich erst mit meinem Chef sprechen“, sagt meine Bekannte. Da ich arbeiten musste, habe ich meinen Freund gebeten, sich dort noch mal zu melden. Die Aussage der zweiten Sprechstundenhilfe war, ich muss mich auf jeden Fall noch mal vorbei kommen und mit dem Arzt sprechen. Einfach so könnte man die Überweiung nicht auststellen. Da mein Termin so bald war, einigten sich mein Freund und die Sprechstundenhilfe, das ich ohne Termin am Dienstagmorgen 8:00 Uhr da sein sollte.

Ich fand mich also am nächsten Morgen pünktlich in der Praxis ein und wurde innerhalb weniger Minuten ins Behandlungszimmer gebracht. Der Arzt saß noch im Nebenzimmer. „Also wenn Sie noch ne zweite Meinung haben wollen, ist das ja kein Problem, Sie können alle Befunde bekommen. Aber einfach so in eine Klinik, das ginge nicht“, sagte die Helferin. „Bis jetzt habe ich das immer so gemacht und wurde auch von den Ärzten angehalten, das so zu machen, da man mir in bestimmten Bereichen ja nicht mehr weiterhelfen konnte. Außerdem wollte ich keine zweite Meinung, sondern endlich Wissen was ich habe. Da ja keiner damit rausrückt.“ Ich habe nicht laut, aber auch nicht leise gesprochen. Der Arzt wird es bestimmt gehört haben, ansonsten waren noch keine Patienten da, die etwas in der Richtung mitbekommen haben könnten.

Als der Arzt kurze Zeit später rein kam, rügte er mich auch wegen meiner Vorgehensweise. Man käme nicht so einfach zur Klinik. Ich leierte wieder meinen Text runter. „Was erwarten Sie den von meinem ehemaligen Chef? Ich kann Ihnen gute Kollegen nennen, falls Sie eine zweite Meinung haben wollen.“ „Ich brauche keine zweite Meinung. Ich möchte endlich Wissen, was mit mir los ist. Keiner sagt mir etwas!“ „Da haben wir doch schon drüber gesprochen, das Sie Weichteilrheuma haben! Auf Grund der Schuppenflechte, können auch die Muskel- und Sehnenansätze Probleme machen. Leider kann man da nicht viel machen, es hilft nur eine Schmwerztherapie, die mit dem Hausarzt, dem Orthopäden, eventuell noch mit einem Psychotherapeuten und einem Schmerzmediziner, abgesprochen werden kann. Aber das hatten wir doch schon alles geklärt.“

Meine ersten Gedanken waren: War ich dabei, als du mir das Alles gesagt hast? War ich wieder mal so abwesend, das ich das nicht mitbekommen bzw. geschnallt habe? Bist du sicher, das du auch wirklich mit mir gesprochen hast oder hast du es nur in deinen Bericht geschrieben?

„Es tut mir leid, ich kann Ihnen leider nicht helfen. Ich bin da am Ende meines Wissens. Ich habe viele Patienten, denen ich das gleiche sagen muss. Mehr kann ich nicht für Sie tun. Falls Sie doch eine zweite Meinung haben möchten, kann ich Ihnen kompetente Kollegen empfehlen.“ „Ich brauche keine weitere Meinung, nur endlich mal jemanden, der offen und ehrlich zu mir ist. Ich halte das aus! Glauben Sie mir!“

Ich verließ die Praxis recht schnell. Ich vergaß auch alles, Berichte und Befunde und alles. Ich musste erst mal vor die Tür. Das war eine Schock für mich. Ich zweifelte an mir, hatte ich doch die Diagnose überhört? Aber je länger ich darüber nachdachte, desto weniger konnte das sein. So was wichtiges habe ich noch nie verdrängt und gerade zu solchen Terminen und Gesprächen, reiße ich mich immer zusammen, damit mir sowas nicht durch geht.

Ich ging nach Hause und hatte auf dem kurzen Weg schon mal ein wenig Zeit zum grübeln. Als ich die Tür öffnete, kam mir das Hündchen entgegen und meine Mutter, fragte gleich was Sache war. Ich erzählte ihr alles, auch sie meinte, das ich sowas nicht vergessen würde. Sie war genau wie ich geschockt, über die Selbstverständlichkeit, mit der der Arzt mir sagte, das ich Weichteilrheuma habe. Aber das Verhalten, das er an den Tag legen würde, haben mein Vater und meine Mutter auch schon in der namhaften Klinik erfahren. Da druckste man auch herum und traute sich nicht zu sagen, was los ist. Vielleicht hatte er das da gelernt? Als ich in meine Wohnung ging, sprach ich sofort mit meinem Freund, über die Situation. Er wackelte Verständnislos mit dem Kopf und war genauso Baff und geschockt wie ich.

Ich fand es auf jeden Fall sehr traurig, das ich erst mit einer Klinik „drohen“ muss, um zu erfahren was mit mir los ist. Was ich aber sehr gut fand, das er mir sagte, er hätte hier seine Grenze erreicht. Das hat mich sehr beeindruckt. Aber traurig fand ich, das er die ganze Therapie in andere Hände gibt.

Ich war den ganzen Dienstag ziemlich durchden Wind. Zum Glück brauchte ich nur wenige Stunden arbeiten. Ich erledigte einige wichtige Aufgaben, die dringend waren. Danach las ich erstmal ein wenig über Weichteilrheuma bzw. Fibromyalgie, wie es richtig heißt, im Interrnet. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Puzzleteile setzen sich zusammen. Warum Massagen und Krankengymnastik nie geholfen haben, Schmerzen im Rücken, Knie und in den Schultern, die Empfindlichkeit der Muskeln, wenn es draußen kalt ist… Am nächsten Tag fühlte ich, wie eine riesen Last von mir abfiel und es mir schon etwas besser ging. Die Schmerzen waren nicht weg, aber der Leidensdruck, der sich über lange Zeit aufgebaut hatte, verschwand.

Meinen Termin in der namhaften Klinik musste ich absagen, was mir und der Sekretärin sehr leid tat. Dabei hatte ich solange darauf gewartet.

Die Chemikalien Sensivität ist ausgeprägter als gedacht :-/


Um meine Genesung anzukurbeln, nehme ich große Mengen Krypto-Balance, D3, Carnitin, K2 und einige andere. Doch je länger ich sie nehme, desto mehr spielt mein Magen verrückt.

Das ganze fing schon kurz nach Weihnachten an. Sobald ich die Kapseln nahm, bekam ich Magenschmerzen und mir wurde schlecht, der Magen übersäuert, mein Bauch bläht sich auf und es dauerte einige Stunden, bis er sich wieder beruhigte. Das gleiche passiert mir abends, wenn ich die nächste Portion einnehme.

Das schlimme ist, das ich die Magenschmerzen nur mit weiterer Chemie in den Griff bekam. Seit einigen Wochen musste ich Omeprazol nehmen, um die überschüssige Magensäure zu binden. Das irre daran war/ ist, das die Omep mir sogar geholfen hat, die Blähungen etwas zu lösen. Doch es half auch nur bedingt.

Nachdem es immer schlimmer wurde, habe ich einfach die Dosis herabgesetzt. Die morgendliche Einnahme von vier Krypto-Balance, verringterte ich auf zwei, auch das D3 setzte ich von zwei runter auf eine. Es brachte schon etwas Erleichterung, doch es schlug mir immer noch auf den Magen.

Also, setze ich erstmal alles für ein paar Tage ab, bis sich alles etwas beruhigt hat. Dann werde ich alles nach und nach wieder da zu nehmen, um zu sehen, welche Kapseln mir die Probleme machen oder ob sie alle für mich nicht mehr verträglich sind.

Der Kopf pfuscht immer dazwischen :-/


Mein letzter Termin, war sehr schwierig. Ich bekam Dinge zu hören, die man/ ich nicht gerne hören möchte.

Mein Darm ist so empfindlich und so durcheinander, das er richtige Schwierigkeiten hat, die tollen Darmbakterien anzusiedeln. Ich musste meine Dosis EM auf dreimal am Tag 20 ml erhöhen. Als wir meinen Körper getestet haben, ob er schon Prebiotika verträgt, hat er eindeutig abgelehnt. Es scheint nicht so leicht zu sein, meinen Bauch wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Das nächste Problem ist, mein Kopf… Nicht weil da nichts drin ist! 😉 Nein, meine Psyche macht mir einen Strich durch die Rechnung. Mein Kopf hängt in einer Opferrolle fest. Meine Gedanken kreisen ständig darum, bekomme ich genug zu essen, das richtige, wie reagiert mein Bauch darauf, ‚Oh, gott, ist da schon wieder Luft im Bauch?‘ so etwa in der Art. Gerade über die Feiertage war/ ist es besonders schlimm. Zu jedem auswärtigen Essen musste ich ja was mitnehmen, Kuchen, Brot/ Brötchen, was auch immer.

Das backen/ zubereiten ist immer zeitaufwendig, sollte normalerweise Spaß machen, aber in meinem Fall ist es Stress. Kochen und Backen ist für mich nicht entspannend. :-/ sollte ja eigentlich anders sein. Doch sobald es dran geht den nachmittäglichen Kaffee vorzubereiten, fängt das kreisen im Kopf an. Die Gekanken rattern und es schlägt auf meinen Bauch. Um das zu beruhigen und das es nicht zu einer Verbitterung meines sonst so fröhlichen Ichs kommt, hat mir meine Gesundheitsberaterin die Bachblüte 38 “ Willow“ empfohlen. Es soll das Gleichgewicht wieder herstellen, meinen Kopf wieder in die richtige Richtung drehen und mich aus meiner „Opferrolle“ befreien.

Der Vorsatz fürs neue Jahr? Meinen Kopf wieder befreien. Essen wieder genießen zu lernen. Das die Zubereitung von Essen entspannen und Spaß machen soll. Aber es wird ein langer Weg.

Es braucht alles seine Zeit… Muss das sein?


IMG_1239Tja, was soll ich sagen! Eigentlich sagt doch die Überschrift alles, oder?

Seit einigen Wochen darf ich wieder alles essen was ich möchte. Das nutze ich auch aus! Den gräßlichen Pilz bin ich erstmal los, aber ich muss immer noch aufpassen. Ich soll weiterhin in regelmäßigen Abständen Milchsäurebakterien zu mir nehmen. Mein Bruder heiratet bald und ich möchte genau wie alle anderen mitessen können (und vorallem durchhalten und die halbe Nacht durchtanzen können 🙂 ). Daher muss ich es den guten Baktis in meinem Bauch gemütlich machen und den bösen Pilzen so ungemütlich wie möglich. Das heißt Toxaprevent um den Giftstoffe und Histamin aufzunehmen, meinen Säure-Basen-Haushalt ausgleichen, andere Milchsäurestämme zu mir nehmen und versuchen, entspannt und ruhig der Hochzeit entgegen zu schauen. Wie bleibt man entspannt und ruhig?? Ich habe keine Ahnung und dabei bin ich nur Trauzeugin…

Ich bin immer noch begeistert von meinem Breifrühstück. Es macht mich richtig gut satt und gibt mir Energie für die nächsten Stunden. Einen morgen hatte ich keine Hirse mehr und musste Brot frühstücken, nach kurzer Zeit hatte ich ein riesen Loch im Bauch und hätte ne Karre Bratkartoffeln verdrücken können, wenn ich sie vertragen hätte. Es zeigt mir wie gut es mir tut.

Leider reagiert mein Bauch noch immer sehr empfindlich auf viele Lebensmittel. Zucker kann ich mittlerweile essen, ohne all zu schlimme Beschwerden zu bekommen. Vor einigen Wochen bekam ich noch migräneartige Kopfschmerzen vom Zucker, die erst mit Schmerzmitteln und viel nichts tun, am nächsten Tag verschwanden. Dazu kam noch schrecklicher Nachtschweiß und wirre Träume, ich hatte das Gefühl wie gerädert zu sein und eigentlich gar nicht geschlafen zu haben. Doch das gibt sich so langsam und mittlerweile merke ich nichts mehr davon.

Ich werde wohl wieder Ausschlussdiäten machen müssen, um festzustellen was ich vertrage und was nicht. Vor der Hochzeit werde ich wohl keinen Schlachtplan mehr ausarbeiten können. Es fehlt mir an Zeit , da doch noch so einiges zu erledigen ist. Da ich meinen Bauch beobachten muss und das unter Zeit und Termindruck eigentlich unmöglich ist, werde ich mich weiterhin in Geduld üben müssen, bevor es weiter geht.

Und mal ehrlich, im Moment fehlt es mir auch an Disziplin und manchmal auch an Energie. Die Energie kommt zwar langsam aber sicher wieder, aber es ist noch weit davon entfernt, vor Kraft zu sprühen. Ich schätze mein Energielevel im Moment auf ca. 70%. Da ist schon wieder enorm viel, doch werden mir meine Grenzen immer schnell aufgezeigt. Am Freitag war es mal wieder so weit. Nach dem Sport kam und kam ich nicht hoch, ich hatte mir einen Platz im Garten gesichert und da bin ich auch prompt zwei Stunden liegen geblieben. Ich musste mich richtig aus meiner Gartenliege quälen, um noch ein wenig arbeiten zu gehen. Dann ist es wieder passiert. Ich war zu müde zum kochen, das ich prompt ne Tüte Chips verdrückt habe und der Bauch wurde zu Luftballon…

Es liegt noch viel Arbeit vor mir! An solchen Tagen wird es mir wieder vor Augen geführt. Aber ich bin auf dem Weg dahin. Kann das nicht schneller gehen???

Johannisbeerengelee fructosearm


Zubereitung:

  • ca. 600 g Johannisbeeren, von den Rispen getrennt
  • 200 ml Wasser
  • Reissiruppulver
  • Stevia (Steviolglucosid, zu 95 oder 98 % rein)
  • 1 schwach gehäufter TL Agar Agar

Zubereitung:

  • aus den Johannisbeeren einen Saft kochen, in ein Sieb schütten und die Flüssigkeit auffangen. Den Saft in einem Litermaß abmessen. Es sollte etwa 700 ml Saft sein, eventuell mit etwas Wasser auffüllen.
  • mit dem Reissirup und dem Stevia, so süßen das der Saft, wenn er warm ist etwas süßer ist als man mag. Nach dem abkühlen schmeckt es nicht mehr so stark süß.
  • von dem Saft etwa 6 – 7 EL abnehmen und mit dem Agar Agar vermischen.
  • den Saft wieder in einen Topf füllen, das Agar Agar zugeben, zum kochen bringen und ca. 2 min weiter kochen lassen.
  • Den Saft in saubere, heiß ausgespülte Gläser geben, die Deckel vor dem verschließen ebenfalls heiß auswaschen und aufschrauben. Die Gläser kurz auf die Deckelseite stellen, bis sich ein Vakum gebildet hat.
  • Die Masse wird erst nach dem vollständigen erkalten fest.

Vorsicht mit dem reinen Stevia!! Schmeckt der Saft stark nach Anis, wurde zuviel Stevia verwendet. Falls keine Johannisbeeren mehr da sind, aus denen noch eine Portion Saft gekocht werden kann, kann man auch andere Früchte zum „Verlängern“ des Gelees verwenden. Für die „Unverträglichen“ natürlich welche die fruktosearm sind. Ich habe das Stevia sehr vorsichtig verwendet und immer abwechseld mit dem Reissirup abgeschmeckt.

Verwendet man Zitronensäure, um zu verhindern das die Früchte braun werden, kann es passieren, das das Agar Agar nicht ganz fest wird. Schmeckt aber genau so gut!! Auch muss man das Agar Agar vorsichtig verwenden. Immer auf die Angaben auf der Packung achten. Mein Freund hat auch schon mal schnittfeste Marmelade gekocht!! 🙂

Glutenfreie Pfannkuchen


Zutaten:

  • 125 g Reismehl
  • 125 g Buchweizenmehl
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier
  • 500 ml Milch (oder Reismilch, Sojamilch, falls es laktosefrei sein soll

Zubereitung:

  • die Zutaten in einer Schüssel zu einem glatten Teig verrühren und anschließend fünf bis zehm Minuten quellen lassen.
  • Öl in einer Pfanne erhitzen und darin die Pfannkuchen goldbraun ausbacken.

Damit das Buchweizenmehl nicht so streng schmeckt, habe ich einen Teil gegen Reismehl ausgetauscht. Wer mag kann auch nur Buchweizenmehl verwenden. Dadurch das der Weizenkleber fehlt, brechen die Pfannkuchen leider schnell beim wenden.

Dazu schmeckt sehr gut selbstgemachte Marmelade oder Gelee. Bitte achtet dabei auf eure jeweiligen Intolleranzen und verwendet nur verträgliche Marmeladen und Gelees. Die die damit keine Schwierigkeiten haben können die Pfannkuchen auch mit Obst belegen oder auch Herzhaft mit Speck, Käse und Schinken füllen. Oder macht euch eine leckere Füllung und rollt die Pfannkuchen auf. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, nur der Verträglichkeit!! 😉

Guten Appettit!!