Ernährungsberatung in Hamburg


Es braucht leider so seine Zeit, bis ein Handgelenk wieder halbwegs funktioniert. Leider ist meines manchmal ganz schön zickig und macht nicht alles was es soll. Vor allem schreiben und tippen am Computer fällt mir schwer. Daher hoffe ich habt ihr Verständnis, das ich zur Zeit schreibfaul bin. Mein Gespenst (die Platte) schränkt mich sehr ein und reizt meine Sehnen und Bänder. Ich freue mich schon, wenn ich das Ding wieder los bin…

Also, die Ernährungsberatung. Es war eine tolle Erfahrung. Vorab: leider war ich nicht bei Herrn Dr. Riedel persönlich. Die Praxis ist gut besucht und Ernährung ist nicht sein einziges Fachgebiet. Daher hatte ich einen Termin bei einer jungen Frau, studierte Ernährungswissenschaftlerin.

Der erste Termin war Anfang August, ein Kombitermin, Anamnese-Gespräch und erste Beratung zusammen und dauerte ca. 1 1/2 Stunden. Da ich eine weite Anreise hatte, sollte ich nicht nach einer Stunde wieder raus müssen. Die junge Dame war sehr gründlich und genau. Ich musste zum ersten Termin ein Ernährungstagebuch mitbringen. Es sollte mindestens sieben Tage beinhalten. Wie das geht brauche ich ja nicht erklären, oder? Die meisten dürften sowas schon mal gemacht haben. Sie fragte einiges nach, machte mich auf einiges aufmerksam und bat um kleine Veränderungen. Als ich mein erstes Gespräch hatte, wusste ich schon das ich Gluten auf gar keinen Fall vertrage, bei Milch war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher und Obst ging gar nicht. Ich erzählte ihr von meinen Erfahrungen mit Gluten, Milch und Zucker jeglicher Art, und sie schaute doch sehr erstaunt, wie viel ich schon in Erfahrung gebracht hatte.

Sie zählte mir auf, wie ich meine Ernährung umstellen sollte, soweit es machbar ist/ war. Ich sollte nur wenig Fleisch essen. Falls es geht viel Fisch mit Omega3 Fettsäuren und falls verträglich Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen oder rote Linsen, da die noch am leichtesten Verdaulich sind. Ich darf mein Porridge oder Brot zum Frühstück, sollte aber möglichst auf Wurstwaren verzichten, da sie die Entzündung im Körper fördern. Falls verträglich vegane Aufstriche oder Käse (leider fällt er aus). Joghurtalternativen aus Kokos oder Soja, viel gegartes Gemüse (bergeweise), Naturreis, Kartoffeln, glutenfreie Nudeln, Nüsse und Saaten. Leider darf ich nicht mehr soviel rohes Obst oder Gemüse essen. Es ist für den Darm einfach zuviel Arbeit. Auch soll ich mein Porridge nicht mit kernigen Haferflocken machen, sondern nur mit den zarten, allerdings  darf ich Vollkornprodukte essen.

Für den nächsten Termin, ca. 6 Wochen später hatte ich die Hausaufgaben, Hülsenfrüchte auszuprobieren, mehr Obst zu essen, mehr Fisch in den Speiseplan und Sojaprodukte zu testen. Sie legte mir nahe eine CD mit dem Titel „Darmhypnose“ zu kaufen.

Es war alles leichter gesagt als getan. Ich hatte die sechs Wochen echt zu kämpfen. Immer wieder  bekam ich Rückfälle, mein Bauch blähte sich stark und krampfte. Der Verstopfung wurde ich nur mit Leinsamen Herr. Sobald ich was ausprobierte, lagerte ich von jetzt auf gleich bis zu 2 kg Wasser ein und immer wieder die Verstopfung die nicht weggehen wollte.

Im Internet kaufte ich mir die empfohlene CD und probierte sie einige Tage später aus. Bei der Darmhypnose handelt es sich um ein Entspannungsprogramm, das auf den Magen- und Darmtrakt abgestimmt ist. Bitte nie abends im Bett anhören. Ich habe den ersten Titel nie zu Ende geschafft, weil ich drüber eingeschlafen bin. Dann wirkt es leider auch nicht so, wie gedacht. Die CD beschreibt Entspannungsbilder und beruhigt so den Magen- und Darmtrakt. Ich kann nur sagen, es hat super geholfen und ich kann diese CD nur empfehlen. Als ich mir die CD über Tag angehört habe, merkte ich schnell, wie der Bauch und auch mein Geist entspannter waren. Ich hatte mehr Ruhe und Kraft über den Tag. Ich versuchte die CD jeden Tag zu hören und erzielte schnell erfolge. Irdgendwann brauchte ich keinen Leinsamen mehr um aus Klo zu können…

Als ich zu meinem zweiten Termin nach Hamburg fuhr. War ich schon zuversichtlicher. Ein Teil meiner Probleme hatte sich in Luft aufgelöst. Ich hatte zwar immer noch einen Blähbauch, aber ich merkte recht schnell, was ich essen kann und was nicht, z. B. war ich mir jetzt sicher, das ich gar keine Milch vertrage, ebenso wie stark verarbeitete Wurst- und Fleischwaren, sofort bekam ich einen schlimmen Blähbauch und Schmerzen (es passierte bei einem Frühstück in einem Cafe). Diese Beobachtungen teilte ich auch der Ernährungsberaterin mit, sowie die tollen Erfahrungen mit der Darmhypnose. Leider konnte ich meine Hausaufgaben nicht so erledigen, wie mir aufgetragen worden war. Um mich von den Komplikationen beim austesten zu erholen, brauchte es fast immer eine Woche. Da blieb nicht mehr viel Zeit, um alles zu probieren und zu testen. Aber ich hielt mich ans Fischessen, viel gegartes Gemüse, Kartoffeln, Reis etc. und ich merkte schnell, wie es mir immer besser ging. Leider konnte ich kein Obst essen und es ist egal ob gegart oder nicht, ob mit oder ohne Traubenzucker.

Mittlerweile geht es meinem Bauch so gut, das ich innerhalb von wenigen Minuten merke, ob mir das Essen gut oder schlecht bekommt. Ich bekomme leider immer noch schnell einen Blähbauch, aber die Schmerzen sind verschwunden, ebenso wie die Verstopfung. Ich versuche regelmäßig die CD zu hören, um bei den Erfolgen zu bleiben. Mittlerweile weiß ich, das ich Kidneybohnen nicht vertrage, Sojajoghurt/-quark ist ok. Ich versuche mich an meinen Ernährungsplan zu halten, aber manchmal muss man einfach mal ausbrechen, dann aber immer gluten- und milchfrei. Esse ich zuviele Wurstwaren, bekomme ich zu den Bauchweh, den Wassereinlagerungen, schlimme Rücken- und Muskelschmerzen, fast wie einen Schub. Es braucht auch nicht mehr eine Woche, um mich von „falschen“ Lebensmitteln zu erholen, sondern nur noch ca. 2 – 3 Tage und ich bekomme auch keine Verstopfung mehr. Von rohem Gemüse bin ich leider nicht vollkommen ab und das weniger essen klappt auch kaum, das ist aber meiner Erziehung geschuldet, da ich immer viel davon essen durfte. Obst geht weiterhin nicht, ist aber oft in Kuchen oder Pfannkuchen besser verträglich (wahrscheinlich wegen dem Fett).

Alles in allem, war Hamburg ein voller Erfolg. Na gut, der Sturz hätte nicht sein müssen, aber im Sommer sagte ich mir schon, weiß der Geier, wozu das gut war…. 🙂

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Das mit dem Pech…


Ihr habt lange nichts von mir gehört und das hatte einen guten Grund. Ich hatte mir das Handgelenk gebrochen und da war nichts mit schreiben. In jeglicher Hinsicht. Aber die Umstände, wie das alles passiert ist, die waren echt kurios… 🙂

Nach meinem Paleo-Frust, stellte ich meine Ernährung auf normale Kost um, mit Kohlehydrate und allem Zipp und Zapp. Allerdings wusste ich ja schon, dass Gluten nicht mein Freund ist und Zucker tauschte ich durch Traubenzucker aus. Ich lud meinen Ernährungsfrust bei meinem Freund ab, darauf sagte er mir: „Ruf doch bei den Ernährungsdocs an, vielleicht kann dir da jemand helfen.“ Ich war ein wenig skeptisch, durchsuchte aber erst mal das Internet. Leider mit mässigem Erfolg. Die Praxis von Frau Dr. Fleck hatte erst Termine im neuen Jahr, Dr. Klassen nahm nur Privatpatienten. Als einzige Möglichkeit blieb die Praxis von Herrn Dr. Riedel. Mutig rief ich die Telefonnummer auf der Webseite an und schilderte der Dame am Telefon mein Problem. Ich teilte ihr mit das ich ab dem 1. Juli Urlaub hätte und ob sie in den nächsten 14 Tagen einen Termin frei hätte. „Wie sieht es bei Ihnen am 2. Juli aus? Ich habe einen Termin um 14:30 Uhr.“ Meine Antwort: „Nehme ich!“

Also machte ich mich am besagten Tag auf den Weg nach Hamburg. Ich fuhr mit dem Zug, da ich keine Lust auf Verkehrschaos und Stau hatte. Ich kam kurz vor Mittag in Hamburg an und spazierte durch die sommerliche Hitze der Fußgängerzone. Genoß die Stadt, die Alster und machte Pause am Rathaus. Um ca. 13:00 machte ich mich auf den Weg zur Praxis. Man hatte mir eine Beschreibung gegeben und ich wollte etwas früher dasein, damit ich in Ruhe schauen konnte, wo alles war und eventuell noch eine Kleinigkeit essen.

Die Fahrt in der U-Bahn dauerte nicht lange, ich hatte also genug Zeit und bummelte noch durch die Einkaufspassage und schaute also wo ich hin musste. Leider hatte ich nicht mitbekommen, das die Straße draußen abschüssig war. Ich verließ also die Passage, schaute mich nach dem Eingang um und ging noch ein paar Schritte weiter, als sich auf einmal ein Loch unter meinen Füssen auftat. Ich stürzte ungebremst zwei Stufen runter und landete unsaft auf meinem rechten Handgelenk.

Mein Glück, ich stürte in unmittelbarer Nähe einer Apotheke. Eine Mitarbeiterin kam mir auch sofort zur Hilfe und brachte kurz darauf auch noch ein Kühlpack mit. Die Kollegin rief sofort den Notruf an. Als ich mir mein Handgelenk anschaute, war auf den ersten Blick klar, das Handgelenk ist durch. Zudem fiel ich noch einer Passantin vor die Füße, die allerdings erschrockener war als ich. Es stellte sich heraus, das sie ebenfalls in die Praxis wollte, netter weise hat sie mich abgemeldet, da ich offensichtlich unpässlich war.

Zum erstaunen aller war ich ziemlich ruhig und abgeklärt. Was sollte ich auch anderes machen? Die Hand kaputt, der Termin hinfällig und es dämmerte mir der Verdacht, dass es heute wohl nicht hätte sein sollen.

Der Rettungswagen kam mit einem riesigen Tamtam. Die beiden Sanitäter halfen mir den Rucksack abzunehmen, bugsierten mich in den Wagen und brachten mich in die nächste Klinik. Dort wurde ich erstmal in den nächsten freien Raum gefahren und man parkte mich dort. Ich weiß nicht wie lange ich dort wartete, aber mittlerweile kamen die Schmerzen und am linken Fuß bildete sich eine Beule. Irgendwann war ich nicht mehr so cool und es liefen die ersten Tränen, es tat schon ziemlich weh. Die nächstbeste Person die vorbei kam, rief ich an und hatte Glück, das ich einen Arzt erwischt hatte. Der versprach Hilfe gegen die Schmerzen und kam kurz darauf mit einer Schwester und Kanülen und Nadeln wieder. Er legte den Tropf an und zum ersten Mal war ich froh, das die Wirkung so schnell einsetzt. Er nahm alle Verletzungen auf und man brachte mich zum Röntgen. Da wurde das Ausmaß sichtbar. Trümmerbruch im rechten Handgelenk.

Der Bruch wurde gerichtet (das war richtig fies), ich bekam eine Ladung Schmerzmittel mit, meine Unterlagen und die Auflage mich sofort bei meinem Chirurgen zu Hause zu melden. Zu diesem Zeitpunkt war ich richtig froh, das ich mit dem Zug gefahren war, ich hätte nicht gewußt wie ich nach Hause kommen sollte.

Das Ende vom Lied: das Gelenk wurde operiert, seitdem lebt ein „Gespenst“ (Metallplatte, auf dem Röntgenbild sieht es wirklich so aus 🙂 ) in meinem Arm, Kapselverletzung am oberen linken Sprunggelenk, 8 Wochen Schienen und Orthese. Mittlerweile kann ich wieder tippen und schreiben und Spaziergänge machen.

Als ich die ersten Tage überstanden hatte rief ich wieder in Hamburg in der Praxis an und erklärte erneut meine Situation. „Oh, Sie sind die Dame, die vor unserer Haustür gestürzt ist.“ Na, toll, ich hatte mal wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 😉

Mittlerweile hatte ich zwei Termine in Hamburg. Zur Ernährungsberatung schreibe ich allerdings beim nästen Mal, meine Hand braucht eine Pause. :-/

Paleo-AIP die erste Woche


Puuh, das waren erste harte 14 Tage!! Wer hätte gedacht, das es einem so mies gehen kann. Dagegen waren die Bauchweh (bei falscher Nahrungsaufnahme) ein sch….dreck! :-0

Ich habe mein Paleo Programm „inoffiziell“ fast eine Woche früher begonnen. Ich habe den Startbutton am 24.09. gedrückt, jedoch dauert es ein paar Tage bis das Programm beginnt. Die Paleo Woche beginnt mit einem Samstag. Am Donnerstag vorher bekomme ich eine Email mit allen wichtigen Dingen, wie Essensplan, Einkaufsliste, Tipps und und und. Da ich nicht, wie die meisten Arbeitnehmer, am Samstag frei habe, renne ich an meinem „Wochenende“ in den Supermarkt und kaufe ein was das Zeug hält. Leider sagt mir nicht der gesamte Speiseplan zu. Ich mag absolut keinen Fisch und gegen Innereien sehe ich mich auch ein wenig an. Abgesehen davon gibt es hier im Umkreis keinen Metzger, wo ich so was kaufen könnte. Manches ist/ war mir einfach auch zu teuer. Also, habe ich mir einige Mahlzeiten herausgesucht, mit den Sachen die ich mag oder mich arrangieren kann bzw. der Aufwand nicht so hoch ist, wenn ich morgens früh raus muß.

Gesagt, getan! Die erste Woche habe ich fast nur gekocht und gebacken und noch mehr gekocht. Der Aufwand ist/ war riesig. Kürbis in den Ofen, das Biest vorher noch schälen und schneiden und das mit der Kraft eines Gummibärchens (im Moment fühle ich mich so). Ich habe Brühe gekocht und noch nie soviel Fleisch gegessen, wie in den letzten Tagen. Aber das ist das einzige, mit Kokosöl und Kokosmilch, das mir genug Energie gibt. Ich bereite immer soviel vor, das ich auch genug zu essen habe, das ich was mit auf die Arbeit nehmen kann.

Dann kam der Entzug! Wisst ihr eigentlich, wie schlimm die ersten Tage ohne Kaffee sind? Noch viel schlimmer. Dabei hatte ich schon auf nur noch eine Tasse pro Tag reduziert. Boah, hatte ich Kopfschmerzen… Dazu kam noch, das die fiesen kleinen Bakterien in meinem Bauch um ihr Leben kämpften. Der Kohlehydratentzug machte aus mir einen Zombie. Es raubte mir die letzte Energie. Mein Kreislauf sackte ab, abwechselnd war mir heiß und kalt, meine Muskeln schmerzten und ich fühlte mich wie ausgebrannt. Die kleinsten Erledigungen erforderten eine Wahnsinns Konzentration und Aufmerksamkeit, damit ich in meinem Tran nicht alles vergaß.

Doch nach fast einer Woche, als das „offizelle“ Programm begann, ging es mir langsam besser. Die schlimmsten Symptome der Herxheimer Reaktion ließen nach und ich bekam langsam wieder etwas mehr Energie und Kraft. Ich gewöhne mich an das viele kochen und backen und vorbereiten und empfinde es gar nicht mehr als so schlimm. Mein Frühstück bereite ich für zwei Tage zu und oft koche ich die doppelte Menge, so das es für mehrere Tage reicht. Zudem habe ich einen riesen Topf Suppe gekocht und diese in Weck-Gläser eingekocht. Falls es mal schnell gehen soll/ muß habe ich immer was auf Vorrat.

Schwierig war es auf meinem Geburtstag. Fur einen Tag, wollte ich nicht alles hin werfen. Also habe ich einen Paleo-AIP Kuchen gemacht. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, da jeglicher Zucker fehlt, aber er war genießbar. Die Reste habe ich für Notfälle eingefroren. Ich darf nur nicht mehr als eines davon essen, sonst verbringe ich den Tag auf dem Klo. Kokos enthält viel Inulin und der treibt, wenn man zuviel davon ist. 😉

Ich versuche eine große Abwechslung in den Speiseplan einzubauen, und so ziemlich alles an Gemüse zu verarbeiten, welches mir schmeckt und erlaubt ist. Gestern kam mir die Idee für eine Zucchinilasagne mit einer „Bechamel“ aus Kokosmmilch und Kurkuma und natürlich Hackfleisch, Zwiebeln und Knoblauch.

Früher war ich keine kreative Köchin, aber so langsam wird das was… 😉

P.S.: Nach 14 Tagen Paleo-AIP habe ich einen so flachen Bauch, wie seit vier oder fünf Jahren nicht mehr. Allein das ist schon ein Grund durchzuhalten.

Sorry, aber es war einfach alles ein bischen viel…


und ich schaffte es einfach nicht zu schreiben. Gesundheit, Arbeit, ständig kochen, backen und meinen Haushalt wuppen, waren in der letzten Zeit nicht leicht für mich. Zu dem ist auch viel passiert und ich musste meine Gedanken sortieren und lernen noch mehr Prioritäten zu setzen.

Gut, ich fange mal von vorne an. Als ich im April die Diagnose Hashimoto bekam, war ich ganz aus dem Häuschen, endlich was greifbares. Die Hormonersatztherapie wurde sofort eingeleitet und ich bekomme zur Zeit 20 mg Thybon und 50 mg L-Thyroxin. Die Tabletten wurden langsam eingeschlichen, um meinen Körper nicht zu überfordern. Es ging auch alles gut und man konnte zu sehen, wie es mir von Tag zu Tag besser ging. Meine Energie kam langsam zurück und ich bekam wieder mehr auf die Reihe. Die Müdigkeit verschwand, Muskelschmerzen, Verspannungen und Krämpfe gingen weg und ich bekam wieder etwas mehr Kraft. Die Verträglichkeit einiger Nahrungsmittel wurde besser, aber bis heute kann ich noch nicht alles essen und glutenhaltige Lebensmittel, Milchprodukte, Nachtschattengewächse und Eier bleiben ein seltens vergnügen. Leider stellte sich auch die normale Verdauung auch nicht wieder ein. Ich habe zwar keine Verstopfung, aber regelmäßig aufs Klo kann ich leider nicht.

Als ich endlich die Zettel vom Labor in der Hand hatte ging ich zu meiner Hausärztin, um ihr alles mit zu teilen. Diese nahm alles zur Kenntnis, schaute sich die Werte an und meinte nur, „so schlecht sind die Werte nicht, normalerweise bräuchte man keine Ersatztherapie machen. Aber wenn Sie sich damit besser fühlen?! Und ob Sie wirklich eine Hashimoto haben, bezweifle ich, die Antikörper sind ja doch sehr grenzwertig niedrig.“ Ich war doch recht enttäuscht und etwas pikiert. Wie konnte Sie die Ergebnisse und die Meinung eines erfahrenen Kollegen anzweifeln? Aber ich nahm mir diese Aussage nicht an. Den ich vertraue Herrn Dr. V. mehr in dieser Beziehung als ihr.

Die Wochen gingen dahin und ich hatte endlich einen Termin bei der Rheumatologin Frau Dr. W., zu der ich schon seit einem Jahr wollte. Ständig kam was von Ihrer oder von meiner Seite was dazwischen. Sie führte eine gründliche Anamnese durch. Sie drückte auf mir herum und suchte nach Schmerzpunkten. Sie erwischte mein Kreuz-Darm-Bein und mir stiegen vor Schmerzen die Tränen in die Augen (es dauerte fast einen Tag, bis sich alles wieder beruhigte). Ich sollte ein MRT mit Kontrastmittel machen lassen. Was soll ich sagen? Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht?! Es stellte sich heraus, das das Gelenk schon recht stark beeinträchtigt ist. Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder entzündliche Prozesse, die auf Grund des Kontrastmittels deutlich zu sehen sind. Die Diagnose: Psoriasis Athritis. Genau das was man sich so wünscht.

Als die Diagnose stand, sollte ich auf das Medikament MTX (Methotrexat) eingestellt werden. Das Medikament senkt das Immunsystem herab, damit der Körper sich nicht weiter selbst zerstört. Es ging leider wieder mal voll daneben. Die Tablette sollte ich einmal die Woche nehmen. Die erste Dosis habe ich noch recht gut vertragen. Ich war zwar müde, aber alles soweit ok. Die zweite Dosis vertrug ich erst auch noch ganz gut, bis ich dann ein paar Tage später Atemnot bekam. Es wurde sogar noch schlimmer als Kunden in den Laden kamen um einzukaufen, die stark parfumiert waren oder nach Zigaretten rochen. Meine Muskeln und der ganze Körper schmerzten. Nach Feierabend musste ich noch Wäsche waschen und musste dafür in den Keller, als ich zurück in die Wohnung ging, prustete ich wie ein Walross. Mein Freund brachte mich kurzer Hand in die Notaufnahme. Dort überlegte man erst mal, ob ich zum Hausärztlichen Notdienst gehörte. Aber dann entschieden sie sich doch mich da zu behalten. Zum Glück waren die Blutgaswerte in Ordnung und die Lunge frei.

Schlußendlich, kam eine Unverträglichkeit auf das Medikament herraus. Die Nebenwirkungen machten mir fast eine Woche zu schaffen. Ich blieb auf anraten von der Rheumatologin erst mal ein paar Tage zu hause. Zum Glück hatte ich die Woche ein paar Tage frei und konnte mich in Ruhe erholen.

Dieses Mal reagierte meine Hausärztin etwas erschrocken. Die Unverträglichkeit und die Athritis nahm sie sofort auf. Komentar: „Sie scheinen doch ein Problem mit Ihrem Immunsystem zu haben?!“

Ach, was. Darauf bin ich auch selbst gekommen.

P:S.: Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich auch schon mal einen Durchhänger. Letztes Jahr waren es die Vorbereitungen für die Reha die mich in Schach hielten. Dieses Jahr scheinen es die vielen neuen Entwicklungen zu sein.

… und weiter gehts


Am Dienstag war ich bei meinem ersten Termin mit einer Ernährungsmedizinerin. Ich bin mir noch nicht sicher, aber sie scheint sehr gut zu zu hören und versteht auch meinen Leidensdruck und der ist imens.

Ich hatte den Termin gemacht, bevor ich letzte Woche meinen total Ausfall hatte. Ich nahm alle Unterlagen mit, die ich habe/ hatte und es war aus meiner Sicht ein gutes Gespräch. Aber an Hand der Fülle der Informationen musste die Ärztin doch erst mal schlucken. Ich erzählte frei heraus, sie stellte Fragen, ich beantwortete alles, soweit ich das konnte. Am Ende einigten wir uns, das sie meinen Ordner erstmal da behält, um sich alles in Ruhe an zu sehen. Die Informationen sind doch so viel und umfassend, das sich sich einen Überblick verschaffen wollte. Wir haben für Freitagmittag einen Termin ausgemacht, um in Ruhe über alles reden zu können.

Ihr erster Verdacht, das es sich um Allergien/ Kreuzallergien handeln könnte. Ich leide seit meiner Teenagerzeit unter Pollenallergien. Es fängt an mit Buche, Hasel, Birke, geht weiter mit Wegerich, Gräsern und Getreide, leider weiß ich gerade nicht ob, da auch Beifuß mitspielt. Oft verschwinden die Pollenallergien mit dem älter werden und manchmal kann es dann zu Kreuzallergien kommen.

Meine Hausärtzin hatte es schon mal in Erwägung gezogen, mich in die Klinik nach Schmallenberg zu überweisen. Aber irgendwie sind wir davon wieder abgekommen, weil sich eine andere Tür auftat und wir gingen diesen erst mal nach.

Tja, wäre ich jetzt sarkastisch, würde ich jetzt sagen, warum auch nicht, das fehlt noch in meiner Liste der „must haves“!!

P.S.: Die Klinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg ist u. a. auf Allergien und Asthma spezialisiert. Genaueres findet ihr auf der Homepage.

Endlich traut sich mal jemand…


SmileAm letzten Donnerstag hatte ich einen Termin bei meiner Hausärztin. Nach dem der Rheumatologe mich so gemein hängen gelassen hatte, suchte ich jetzt  nach ca. 10 Wochen Hilfe bei ihr. Als sie fragte, was sie für mich tun könnte, schilderte ich ihr meine Situation und meine Beschwerden. Sie hörte sich alles an und sagte gleich, nach dem sie den Arztbrief gelesen hatte, das hört sich auf jeden Fall nach Fibromyalgie an. Das erste mal das jemand die Diagnose ausgesprochen hat.

Sie überlegte einen kurzen Augenblick und entschied dann, das ich stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden sollte. Es gibt dort eine Abteilung, die sich auf Schmerztherapie spezialisiert hat und die mit verschiedenen Therapieformen versuchen die Schmerzen zu lindern und einem beibringen, mit den Schmerzen umzugehen. Das wäre in meinem Fall wohl das beste, da die Diagnose noch sehr frisch wäre.

Mit der Überweisung in der Tasche, da steht zum allerersten Mal „Fibromyalgie“ als Diagnose, ging ich, sehr erleichtert das mir endlich mal jemand hilft, nach Hause. Am Freitag wollte ich dann den Termin für ein Gespräch ausmachen, doch gab es erst Termine ende Oktober. Meine Stimmung sank gleich wieder gegen null. Die Sekretärin sagte, aber es gäbe noch die Möglichkeit auf stationäre Aufnahme, da gabe es noch ende August oder mitte September freie Plätze. Meine Ärztin sollte sich mit der Oberärztin in Verbindung setzen, dann könnten sie über die Aufnahme beraten.

Nachdem Telefonat ging ich wieder zu meiner Hausärztin und schilderte der Arzthelferin die Situation. Sie versprach sich der Sache anzunehmen. Ich hoffe das die Sache läuft. Werde mich wohl noch ein wenig in Geduld üben müssen. Meine Ärztin sollte sich heute am späten Vormittag auf der Station melden. Oh ich bin so gespannt, wie es weiter geht.

Update: Ich gehe in Schmerztherapie!!

Schnelles Mangoeis


Habe das Rezept einer Bekannten „geklaut“. 🙂 Es geht richtig schnell und ist super lecker. Natürlich geht es auch mit anderen Früchten, wichtig ist nur, das sie tiefgefroren sind und die Pflanzenmilch Kühlschrank kalt ist.

Zutaten:

  • TK- Mangos (oder andere TK-Früchte)
  • kalter  Pflanzendrink (wer verträgt auch richtige Milch)
  • Süsse nach Geschmack
  • Optional: Vanillepulver

Zubereitung:

  • Die gewünschte Menge Früchte in einen Mixer gegen, mit Pflanzendrink auffüllen, bis auf Höhe der Früchte, Vanille und Süße dazu
  • Deckel schließen und alles zu einer sämigen Masse mixen. Eventuell Früchte am Rand runterschieben, bis alle Früchte püriert sind. Eventuell nach süssen. Fertig!!
  • Ist alles schön cremig, sofort auflöffeln oder noch mal in den Tiefkühler stellen und später genießen

Habe ich zuviel versprochen? Es geht richtig schnell und man könnte sich reinlegen… 😉 Viel Spaß beim nach machen und genießen. Bei den heißen Temperaturen die uns erwarten, genau das richtige

Das geht, das geht gar nicht, das geht …


Es kristalisiert siSmilech immer mehr heraus, was ich essen kann und was nicht, obwohl der Pilz noch lange nicht verjagt ist. Das Protestgeschrei meines Bauches ist nicht zu überhören, auch wenn er still und leise schreit.

Es war nicht so leicht, den stillen Aufschrei zu hören, aber auf einmal machte es Klick und ich erkannte das Signal. Mittlerweile konnte ich zwei Arten von Blähbauch ausmachen. Es gibt den, der  einfach da ist, macht ne kleine Kugel, aber die Knöpfe der Jeans gehen noch zu und er tut nicht weh und manchmal lässt er die Luft auch los und raus. Und es gibt den, der richtig weh tut. Er macht einen Bauch der fast so aussieht als wäre ich im fünften Monat schwanger. Die Luft sitzt fest und geht nicht ab, der Bauch ist hart, fest und es gibt auch nichts, um das zu ändern. Tee, Wärmflaschen, Kirschkernkissen, SabSimplex oder Espumisan helfen gar nicht. Es setzt ein Völlegefühl ein, sobald man was gegessen hat, das erst nach ein oder zwei Tagen wieder weggeht.

So konnte ich den letzten Wochen meiner Anti-Pilz-Diät, schnell feststellen, welche Lebensmittel ein absolutes NO GO sind. Heraus kamen, neben dem bekannten, u. a. Hülsenfrüchte (auch grüne Bohnen und Erbsen), Spargel, Brokkoli, Zwiebeln, Knoblauch. Gerade um die Hülsenfrüchte tat es mir besonders leid, sie machen so schön satt, haben wenig Kohlehydrate und viele Balaststoffe. Es viel mir so schwer sie aus dem Speiseplan zu streichen, aber es ging mir innerhalb von wenigen Tagen enorm besser. Mein Bauchgefühl hatte wieder mal die Hosen an.

Heute abend entscheidet sich, ob ich mit meiner Anti-Pilz-Diät weitermachen soll und ob ich zur Unterstützung  ein Medikament bekomme. Ich möchte doch endlich mal wieder ohne Bauch-einziehen rumlaufen. Obwohl, es tolle Bauchmuskeln macht… 😉

Kann ich jemals wieder auf einem Pferd sitzen?


Seit der Diagnose sind ja mittlerweile ein paar Tage vergangen. Ich bin sehr unsicher und weiß so gar nicht, was mich erwartet. Meine Schwiegermutter hat schon seit Jahren Fibromyalgie und ich weiß nicht wie ich ihr Verhältnis dazu beschreiben soll. Ich glaube sie ruht sich gerne auf ihr aus, damit sie Bestimmtes nicht tun „kann“, weil es ja doch so schmerzt. Mit ihr kann ich nicht darüber sprechen. Da darf ich mir nur anhören, wie schlecht es ihr geht. Ich möchte mich aber nicht davon runter ziehen lassen. Normalerweise würde ich solchen Leuten aus dem Weg gehen, leider geht das in diesem Fall nicht immer.

Es geht mir im Bezug auf die Müdigkeit etwas besser, da ich glaube, das die Diagnosestellung einen großen Leidensdruck von mir genommen hat. Aber gleichzeitig tun sich andere Probleme auf. Wie lerne ich, mit den Muskelschmerzen umzugehen, die Einschränkung zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen? Schließe ich mich einer Selbsthilfegruppe an oder gründe ich eine mit meiner Freundin, die auch betroffen ist? 😉 Kann ich jemals wieder das machen, was ich mir am allermeisten Wünsche? Werde ich je wieder auf einem Pferd sitzen? Kann ich die Radtour machen, die ich schon seit Jahren fahren möchte?

Immer wieder stoße ich im Alltag an meine Grenzen. Die heutige war ein gemütlicher Spaziergang von ca. 1 1/2 Stunden. Der Wind war kalt und auf halben Weg erwischte mich ein Regenschauer. Der Wald hielt viel Regen ab, so das ich nur ein paar Tropfen ab bekam, aber es war mir so kalt von den paar Minuten warten. Ich musste mich nach dem Spaziergang in eine Decke wickeln, damit es mir wieder besser ging und ich wieder warm wurde. Das Wäsche rauf und runter tragen, stellt mich vor enorme Herausforderungen, vor allem die Treppen, die sich wie ein Mount Everest anfühlen. Staubsaugen schiebe ich schon lange auf den Herz-Allerliebsten ab. Beim Pilates muss ich oft Übungen unterbrechen, da sie mir zu anstrengend werden, ebenso bei dem moderaten Krafttraining. Ich bin doch erst 39. Ich frage mich immer wieder, wie soll das weiter gehen? Wann kommt der nächste Schub? Ist er so schlimm, wie der letze? Gibt es jemanden, der mir ehrliche Antworten geben kann und helfen kann die Unsicherheiten abzubauen?

Instinktiv habe ich aber einige Dinge richtig gemacht. In meinem Fitness-Center gibt es eine Hydrojet-Massageliege. Die nutze ich seit einem Jahr regelmässig, ebenso wie die Faszienrolle, sie tut richtig gut. Mit Wärme komme ich gut zurecht. Die letzten Tage waren eine Wohltat. Ich hatte mir mit meiner Gartenliege einen Platz in der Sonne gesucht. Es war herrlich. Oft hatte ich mich im Winter sehr dick angezogen, es linderte die Schmerzen auch ein wenig. Auch die Vegane glutenfreie Ernährung war der richtige Ansatz. Letzten Sonntag hatte ich Heißhunger auf eine Bratwurst und ich habe sie mit Genuß gegessen. Leider brauchte ich danach fast eine Woche um mich davon zu erholen. So schlimm schmerzten die Muskeln in den Oberschenkeln und im Rücken. Es war so schlimm, das ich die Pfötchen, des kleinen Hündchen nicht haben konnte, wenn er an mir hochsprang. Auch jetzt tun sie weh, wenn ich vor dem Computer sitze. Die Muskeln fühlen sich immer hart und verkrampft an. Ich weiß gar nicht was ich dagegen tun kann und Magnesium hilft nur bedingt. Die Faszienrolle nimmt ein wenig von den Schmerzen, wenn ich ein paar mal darauf rum rolle.

Es ist alles nicht so einfach. Vorallem wenn man mit so einer Diagnose allein gelassen werde. Aber wie immer in meinem Leben. Wenn ich etwas mache, dann richtig und nie den einfachen Weg. 😉

„Da haben wir doch drüber gesprochen…“ Hmmm, war ich dabei?


indexVergangene Woche hatte ich einen Termin in DER namhaften Rheumaklinik hier im Münsterland. Nach Absprache mit der Sekretärin, sollte ich alle Befunde, MRT- und Röntgenbilder und was ich sonst noch hatte und natürlich eine Überweisung vom behandelnden Rheumatologen, mitbringen.

Mittwoch sollte der Termin sein und ich habe dann am Montag eine Überweisung beim Rheumatologen bestellt. „Ich weiß nicht, ob wir die so ausstellen können, da muss ich erst mit meinem Chef sprechen“, sagt meine Bekannte. Da ich arbeiten musste, habe ich meinen Freund gebeten, sich dort noch mal zu melden. Die Aussage der zweiten Sprechstundenhilfe war, ich muss mich auf jeden Fall noch mal vorbei kommen und mit dem Arzt sprechen. Einfach so könnte man die Überweiung nicht auststellen. Da mein Termin so bald war, einigten sich mein Freund und die Sprechstundenhilfe, das ich ohne Termin am Dienstagmorgen 8:00 Uhr da sein sollte.

Ich fand mich also am nächsten Morgen pünktlich in der Praxis ein und wurde innerhalb weniger Minuten ins Behandlungszimmer gebracht. Der Arzt saß noch im Nebenzimmer. „Also wenn Sie noch ne zweite Meinung haben wollen, ist das ja kein Problem, Sie können alle Befunde bekommen. Aber einfach so in eine Klinik, das ginge nicht“, sagte die Helferin. „Bis jetzt habe ich das immer so gemacht und wurde auch von den Ärzten angehalten, das so zu machen, da man mir in bestimmten Bereichen ja nicht mehr weiterhelfen konnte. Außerdem wollte ich keine zweite Meinung, sondern endlich Wissen was ich habe. Da ja keiner damit rausrückt.“ Ich habe nicht laut, aber auch nicht leise gesprochen. Der Arzt wird es bestimmt gehört haben, ansonsten waren noch keine Patienten da, die etwas in der Richtung mitbekommen haben könnten.

Als der Arzt kurze Zeit später rein kam, rügte er mich auch wegen meiner Vorgehensweise. Man käme nicht so einfach zur Klinik. Ich leierte wieder meinen Text runter. „Was erwarten Sie den von meinem ehemaligen Chef? Ich kann Ihnen gute Kollegen nennen, falls Sie eine zweite Meinung haben wollen.“ „Ich brauche keine zweite Meinung. Ich möchte endlich Wissen, was mit mir los ist. Keiner sagt mir etwas!“ „Da haben wir doch schon drüber gesprochen, das Sie Weichteilrheuma haben! Auf Grund der Schuppenflechte, können auch die Muskel- und Sehnenansätze Probleme machen. Leider kann man da nicht viel machen, es hilft nur eine Schmwerztherapie, die mit dem Hausarzt, dem Orthopäden, eventuell noch mit einem Psychotherapeuten und einem Schmerzmediziner, abgesprochen werden kann. Aber das hatten wir doch schon alles geklärt.“

Meine ersten Gedanken waren: War ich dabei, als du mir das Alles gesagt hast? War ich wieder mal so abwesend, das ich das nicht mitbekommen bzw. geschnallt habe? Bist du sicher, das du auch wirklich mit mir gesprochen hast oder hast du es nur in deinen Bericht geschrieben?

„Es tut mir leid, ich kann Ihnen leider nicht helfen. Ich bin da am Ende meines Wissens. Ich habe viele Patienten, denen ich das gleiche sagen muss. Mehr kann ich nicht für Sie tun. Falls Sie doch eine zweite Meinung haben möchten, kann ich Ihnen kompetente Kollegen empfehlen.“ „Ich brauche keine weitere Meinung, nur endlich mal jemanden, der offen und ehrlich zu mir ist. Ich halte das aus! Glauben Sie mir!“

Ich verließ die Praxis recht schnell. Ich vergaß auch alles, Berichte und Befunde und alles. Ich musste erst mal vor die Tür. Das war eine Schock für mich. Ich zweifelte an mir, hatte ich doch die Diagnose überhört? Aber je länger ich darüber nachdachte, desto weniger konnte das sein. So was wichtiges habe ich noch nie verdrängt und gerade zu solchen Terminen und Gesprächen, reiße ich mich immer zusammen, damit mir sowas nicht durch geht.

Ich ging nach Hause und hatte auf dem kurzen Weg schon mal ein wenig Zeit zum grübeln. Als ich die Tür öffnete, kam mir das Hündchen entgegen und meine Mutter, fragte gleich was Sache war. Ich erzählte ihr alles, auch sie meinte, das ich sowas nicht vergessen würde. Sie war genau wie ich geschockt, über die Selbstverständlichkeit, mit der der Arzt mir sagte, das ich Weichteilrheuma habe. Aber das Verhalten, das er an den Tag legen würde, haben mein Vater und meine Mutter auch schon in der namhaften Klinik erfahren. Da druckste man auch herum und traute sich nicht zu sagen, was los ist. Vielleicht hatte er das da gelernt? Als ich in meine Wohnung ging, sprach ich sofort mit meinem Freund, über die Situation. Er wackelte Verständnislos mit dem Kopf und war genauso Baff und geschockt wie ich.

Ich fand es auf jeden Fall sehr traurig, das ich erst mit einer Klinik „drohen“ muss, um zu erfahren was mit mir los ist. Was ich aber sehr gut fand, das er mir sagte, er hätte hier seine Grenze erreicht. Das hat mich sehr beeindruckt. Aber traurig fand ich, das er die ganze Therapie in andere Hände gibt.

Ich war den ganzen Dienstag ziemlich durchden Wind. Zum Glück brauchte ich nur wenige Stunden arbeiten. Ich erledigte einige wichtige Aufgaben, die dringend waren. Danach las ich erstmal ein wenig über Weichteilrheuma bzw. Fibromyalgie, wie es richtig heißt, im Interrnet. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Puzzleteile setzen sich zusammen. Warum Massagen und Krankengymnastik nie geholfen haben, Schmerzen im Rücken, Knie und in den Schultern, die Empfindlichkeit der Muskeln, wenn es draußen kalt ist… Am nächsten Tag fühlte ich, wie eine riesen Last von mir abfiel und es mir schon etwas besser ging. Die Schmerzen waren nicht weg, aber der Leidensdruck, der sich über lange Zeit aufgebaut hatte, verschwand.

Meinen Termin in der namhaften Klinik musste ich absagen, was mir und der Sekretärin sehr leid tat. Dabei hatte ich solange darauf gewartet.