Die Notfallhilfe: Einkochen wie es meine Oma machte


Seit ein paar Wochen koche ich alles ein, was nicht niet und nagelfest ist. Angefangen bei Apfelmus bis hin zur Kürbis-Ingwer-Suppe. Klappt hervorragend und ist die Notfallhilfe, wenn man mal wieder länger arbeiten musste… 🙂

Alles find damit an, das mein Freund etwas brauchte, dass konstant die Temperatur hielt, um Wachs im Wasserbad einzuschmelzen. Jetzt stand dieser Einkochautomat hier so doof im weg rum und ich ärgerte mich darüber, dass er wieder mal irgendein unnötigenes Teil anschleppte, was keiner gebrauchen kann. Zu dem Zeitpunkt kämpfte ich aber wieder mal damit in kurzer Zeit mal eben schnell was zu essen zu machen. Wie immer kam ich nach der Arbeit nach Hause, mit einem wahnsinns Hunger und keiner Energie um noch was auf den Herd zu schmeißen und stunden lang zu kochen.

An meinem freien Tag legte ich los. Ich suchte mir ein schmackhaftes Rezept aus. Kaufte mir alle wichtigen Utensilien, wie Gläser, Klammern und Gummiringe und los ging es. Ich kochte eine größere Menge Suppe, füllte sie in die Gläser, schloß sie sorgfältig, sollte ja nichts daneben gehen und ab in den Automaten und ca. 1 1/2  Stunden warten.

Ich war begeistert!!! Es klappte super. Alle Gläser waren dicht und der Aufwand hatte sich in diesem Fall schon mal gelohnt!!! Die ausgekühlten Gläser bewahrte ich im Keller auf und gleich in den nächsten Tagen machte ich davon Gebrauch. Ich zog am Gummiring, füllte alles in einen Topf und wärmte alles auf dem Herd auf. Auf einmal dauerte alles nur noch 10 min, anstatt mindestens eine halbe Stunde, bis das Essen fertig war.

Mittlerweile wird es immer mehr. Mein Regal im Keller füllt sich mit Paleo gerechten Suppen und Brühen und Kompott. Nächstens wollte ich mich mal an AIP-Bolognesesoße wagen. Denn die „Spaghetti“ aus Zucchini gehen relativ fix, beides zusammen aufwärmen und fertig!!

So lasse ich mir eine Ernährungsumstellung gefallen. Paleo ich komme… 🙂

P.S.: Meine Großeltern hatten ein Obst- und Gemüsegeschäft. Da war es üblich, das Obst und auch Gemüse eingekocht wurde, das im Laden nicht mehr verkauft werden konnte. Die Gläser blieben über Jahre dicht und wurden nach und nach verbraucht. Das ist doch mal nachhaltig…

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Paleo-AIP die erste Woche


Puuh, das waren erste harte 14 Tage!! Wer hätte gedacht, das es einem so mies gehen kann. Dagegen waren die Bauchweh (bei falscher Nahrungsaufnahme) ein sch….dreck! :-0

Ich habe mein Paleo Programm „inoffiziell“ fast eine Woche früher begonnen. Ich habe den Startbutton am 24.09. gedrückt, jedoch dauert es ein paar Tage bis das Programm beginnt. Die Paleo Woche beginnt mit einem Samstag. Am Donnerstag vorher bekomme ich eine Email mit allen wichtigen Dingen, wie Essensplan, Einkaufsliste, Tipps und und und. Da ich nicht, wie die meisten Arbeitnehmer, am Samstag frei habe, renne ich an meinem „Wochenende“ in den Supermarkt und kaufe ein was das Zeug hält. Leider sagt mir nicht der gesamte Speiseplan zu. Ich mag absolut keinen Fisch und gegen Innereien sehe ich mich auch ein wenig an. Abgesehen davon gibt es hier im Umkreis keinen Metzger, wo ich so was kaufen könnte. Manches ist/ war mir einfach auch zu teuer. Also, habe ich mir einige Mahlzeiten herausgesucht, mit den Sachen die ich mag oder mich arrangieren kann bzw. der Aufwand nicht so hoch ist, wenn ich morgens früh raus muß.

Gesagt, getan! Die erste Woche habe ich fast nur gekocht und gebacken und noch mehr gekocht. Der Aufwand ist/ war riesig. Kürbis in den Ofen, das Biest vorher noch schälen und schneiden und das mit der Kraft eines Gummibärchens (im Moment fühle ich mich so). Ich habe Brühe gekocht und noch nie soviel Fleisch gegessen, wie in den letzten Tagen. Aber das ist das einzige, mit Kokosöl und Kokosmilch, das mir genug Energie gibt. Ich bereite immer soviel vor, das ich auch genug zu essen habe, das ich was mit auf die Arbeit nehmen kann.

Dann kam der Entzug! Wisst ihr eigentlich, wie schlimm die ersten Tage ohne Kaffee sind? Noch viel schlimmer. Dabei hatte ich schon auf nur noch eine Tasse pro Tag reduziert. Boah, hatte ich Kopfschmerzen… Dazu kam noch, das die fiesen kleinen Bakterien in meinem Bauch um ihr Leben kämpften. Der Kohlehydratentzug machte aus mir einen Zombie. Es raubte mir die letzte Energie. Mein Kreislauf sackte ab, abwechselnd war mir heiß und kalt, meine Muskeln schmerzten und ich fühlte mich wie ausgebrannt. Die kleinsten Erledigungen erforderten eine Wahnsinns Konzentration und Aufmerksamkeit, damit ich in meinem Tran nicht alles vergaß.

Doch nach fast einer Woche, als das „offizelle“ Programm begann, ging es mir langsam besser. Die schlimmsten Symptome der Herxheimer Reaktion ließen nach und ich bekam langsam wieder etwas mehr Energie und Kraft. Ich gewöhne mich an das viele kochen und backen und vorbereiten und empfinde es gar nicht mehr als so schlimm. Mein Frühstück bereite ich für zwei Tage zu und oft koche ich die doppelte Menge, so das es für mehrere Tage reicht. Zudem habe ich einen riesen Topf Suppe gekocht und diese in Weck-Gläser eingekocht. Falls es mal schnell gehen soll/ muß habe ich immer was auf Vorrat.

Schwierig war es auf meinem Geburtstag. Fur einen Tag, wollte ich nicht alles hin werfen. Also habe ich einen Paleo-AIP Kuchen gemacht. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, da jeglicher Zucker fehlt, aber er war genießbar. Die Reste habe ich für Notfälle eingefroren. Ich darf nur nicht mehr als eines davon essen, sonst verbringe ich den Tag auf dem Klo. Kokos enthält viel Inulin und der treibt, wenn man zuviel davon ist. 😉

Ich versuche eine große Abwechslung in den Speiseplan einzubauen, und so ziemlich alles an Gemüse zu verarbeiten, welches mir schmeckt und erlaubt ist. Gestern kam mir die Idee für eine Zucchinilasagne mit einer „Bechamel“ aus Kokosmmilch und Kurkuma und natürlich Hackfleisch, Zwiebeln und Knoblauch.

Früher war ich keine kreative Köchin, aber so langsam wird das was… 😉

P.S.: Nach 14 Tagen Paleo-AIP habe ich einen so flachen Bauch, wie seit vier oder fünf Jahren nicht mehr. Allein das ist schon ein Grund durchzuhalten.

Paleo-AIP die Lösung?


Nach langem hin und her habe ich mich dazu entschlossen auf die Paleo-Ernährung bzw. auf das Paleo-Autoimmun Protokoll umzustellen. Meine Mißerfolge in Sachen Ernährung sind mehr als nur frustrierend. Jeder Ansatz den ich ausprobiert habe, führte mich in eine Sackgasse. Ich versuche mich ausgewogen und gesund zu ernähren, als Belohnung bekomme ich Heißhunger und Unterzuckerungen in üblen Ausmaßen. Sie enden in Freßorgien, mit anschließenden Bauchschmerzen und schlechtem Gewissen.

Wie Paleo-AIP genau geht, könnt ihr auf der Seite von Paleo360 lesen!

Ich habe im Internet recherchiert, ob es andere Optionen gibt. Gibt es nicht! Im Gegenteil. Die kohlehydratarme Kost bekommt den meisten mit Hashimoto ab besten. Der Körper erholt sich in den meisten Fällen sehr schnell und es geht den Betroffenen sehr schnell wieder besser. Erste Erfolge sollen sich bei vielen innerhalb einer Woche bzw. 14 Tagen eingestellt haben. Mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung, sollen sich nicht nur die Entzündungswerte erheblich verbessert haben, sondern auch die Gewichtsschwankungen und das angeschlagene Immunsystem soll sich recht schnell erholt haben. Da ich seit über einer Woche mit einer Dauererkältung rum laufe, wäre das schon mal eine wahnsinns Erleichterung. Auch viele andere Beschwerden sollen sich durch die veränderte Ernährung verbessern.

Allerdings bringt die Umstellung auch eine Menge mehr Arbeit und Organisation mit. Vieles muss vorbereitet und gekocht werden. Gerade das Frühstück ist eine echte Herausforderung. Seit einer Woche probiere ich rum und teste aus, damit es in der Ernstphase nicht schief geht. Außerdem ist mein Tiefkühlschrank nicht ausreichend, um alles dort einzufrieren. Daher habe ich mir überlegt, alles in Weck-Gläser einzukochen. Kein auftauen und die Brühen und Suppen (falls es mal schnell gehen muss) sind im Notfall schnell greifbar.

Ich bin zuversichtlich, was die Umstellung angeht. Jetzt hoffe ich nur noch, das meine Erwartungen sich auch erfüllen!!

 

Wäre zaubern doch schön…


Die Hashimoto und ich… Ein Geschichte mit vielen Geheimnissen und Mißverständnissen. ( Das erinnert mich gerade ein wenig, an die Tamponwerbung eines namhaften Herstellers, die es mal vor Jahren gab!? )

Die Hashimoto und ich sind nicht wirkliche Freunde und wir werden es auch wohl nicht werden. Aber leider kann ich sie ja nicht mit dem Kopf nickenend weg zaubern. Aber man kann ja wenigstens davon träumen…

Die ersten Wochen der Hormonersatztherapie waren toll. Ich war voller Energie und konnte im wahrsten Sinne des Wortes, Bäume ausreißen. Die Arbeit ging leicht von der Hand, der Sport machte wieder Spaß und ich konnte mehrere Aufgaben am Tag schaffen und musste mir nicht überlegen, welche die wichtigste ist und dies als erstes abarbeiten.

Doch leider blieb es nicht so. Im Laufe der Zeit wurde es wieder schlechter. Ich bin müde und kaputt, ich komme zwar aus dem Bett, jedoch brauche ich unheimlich lange, bis ich so richtig wach und „munter“ bin. Munter ist da doch ein zu starkes Wort. Ich laufe rum, erledige irgendwie meine Arbeit und muss mich unheimlich anstrengen und konzentrieren, alles zu erledigen und nichts zu vergessen. Oft muss ich wieder zurück laufen, weil ich vergessen habe, was ich wollte und nicht an alles auf einmal gedacht habe. Dadurch renne ich oft die Strecken doppelt und dreifach. Zum Feierabend bin ich so ausgepowert und fertig, das ich es nur mit Mühe unter die Dusche und ins Bett schaffe.

Als ich anfing die Schilddrüsentabletten zu nehmen, ging es auch meinem Bauch besser. Die Blähungen wurden weniger, ich konnte in Massen Gluten, Milch und Nüsse zu mir nehmen. Es gab zwar ein leichtes zwicken im Bauch, aber am nächsten Tag ging es mir wieder besser. Meine Verdauung war gut und ich war ganz erfreut, keine Hilfe vom Leinsamen in Anspruch nehmen zu müssen. Auch das hat sich erledigt!!! Meinem Bauch geht es schlechter denn je. Kleine Ausrutscher bei der Ernährung, bestraft er mit tagelangem Bauchgrimmen und Verstopfung. Oft kann ich in den Tagen kaum was essen, weil der Bauch so stark gebläht ist, dass er mir den Magen zu drückt. Wenn ich dann Glück habe, löst sich das Problem von selber, meistens tut es das aber nicht. Also habe ich mir die kleinen Helferlein in Form von geschrotetem Leinsamen dazu geholt. Die nehme ich 3-Mal täglich. Ein Löffel in ein großes Glas mit Wasser und runter damit. Ausrutscher kann ich mir nicht mehr erlauben. Eigentlich ist es auch egal was ich esse, den Blähungen habe ich immer. Mal mehr mal weniger.

Leider ist mir am Wochenende so was richtig blödes passiert. Mein Freund und ich sind zum Essen eingeladen worden. Ich bestellte, so hoffte ich wenigstens, eine für mich verträgliche Mahlzeit. Ich bekam genau das Gegenteil. Das Steak war richtig, auch der Reis, aber die gerösteten Zwiebeln waren in Mehl gewendet und fritiert, der Salat anstatt mit Öl und Essig, wie bestellt, mit Joghurtdressing. Die Krönung war Kräuterbutter unter den Zwiebeln und auf dem Steak. Obwohl ich gefragt habe und umbestellt habe, ging das meiste schief. Jetzt hatte ich aber Hunger und wollte nicht in Streik treten, also aß ich alles auf. Die Retourkutsche kam noch beim Essen und hört bis heute nicht auf.

Mein Körper dreht so richtig am Kabel und dabei sagen einem die Ärzte, dass es mit den Tabletten besser wird. Von wegen! Es hat sich fast gar nichts gebessert. Die Muskeln und Sehnen schmerzen, die Gelenke tun mir weh, mein Bauch rebelliert und ich bin antriebslos und müde. Habe ich Streß haut es mich dann doppelt um und alle Sypthome werden noch schlimmer. Dabei vermeide ich es in Streß zu geraten. Aber wie kann man den in der heutigen Welt umgehen? Er lauert doch an jeder Ecke und vermasselt einem alles.

Vielleicht doch mit dem Kopf nicken und alles ist weg?! Schade, das ich manchmal nicht wie die bezaubernde Jeanie sein kann…

Sorry, aber es war einfach alles ein bischen viel…


und ich schaffte es einfach nicht zu schreiben. Gesundheit, Arbeit, ständig kochen, backen und meinen Haushalt wuppen, waren in der letzten Zeit nicht leicht für mich. Zu dem ist auch viel passiert und ich musste meine Gedanken sortieren und lernen noch mehr Prioritäten zu setzen.

Gut, ich fange mal von vorne an. Als ich im April die Diagnose Hashimoto bekam, war ich ganz aus dem Häuschen, endlich was greifbares. Die Hormonersatztherapie wurde sofort eingeleitet und ich bekomme zur Zeit 20 mg Thybon und 50 mg L-Thyroxin. Die Tabletten wurden langsam eingeschlichen, um meinen Körper nicht zu überfordern. Es ging auch alles gut und man konnte zu sehen, wie es mir von Tag zu Tag besser ging. Meine Energie kam langsam zurück und ich bekam wieder mehr auf die Reihe. Die Müdigkeit verschwand, Muskelschmerzen, Verspannungen und Krämpfe gingen weg und ich bekam wieder etwas mehr Kraft. Die Verträglichkeit einiger Nahrungsmittel wurde besser, aber bis heute kann ich noch nicht alles essen und glutenhaltige Lebensmittel, Milchprodukte, Nachtschattengewächse und Eier bleiben ein seltens vergnügen. Leider stellte sich auch die normale Verdauung auch nicht wieder ein. Ich habe zwar keine Verstopfung, aber regelmäßig aufs Klo kann ich leider nicht.

Als ich endlich die Zettel vom Labor in der Hand hatte ging ich zu meiner Hausärztin, um ihr alles mit zu teilen. Diese nahm alles zur Kenntnis, schaute sich die Werte an und meinte nur, „so schlecht sind die Werte nicht, normalerweise bräuchte man keine Ersatztherapie machen. Aber wenn Sie sich damit besser fühlen?! Und ob Sie wirklich eine Hashimoto haben, bezweifle ich, die Antikörper sind ja doch sehr grenzwertig niedrig.“ Ich war doch recht enttäuscht und etwas pikiert. Wie konnte Sie die Ergebnisse und die Meinung eines erfahrenen Kollegen anzweifeln? Aber ich nahm mir diese Aussage nicht an. Den ich vertraue Herrn Dr. V. mehr in dieser Beziehung als ihr.

Die Wochen gingen dahin und ich hatte endlich einen Termin bei der Rheumatologin Frau Dr. W., zu der ich schon seit einem Jahr wollte. Ständig kam was von Ihrer oder von meiner Seite was dazwischen. Sie führte eine gründliche Anamnese durch. Sie drückte auf mir herum und suchte nach Schmerzpunkten. Sie erwischte mein Kreuz-Darm-Bein und mir stiegen vor Schmerzen die Tränen in die Augen (es dauerte fast einen Tag, bis sich alles wieder beruhigte). Ich sollte ein MRT mit Kontrastmittel machen lassen. Was soll ich sagen? Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht?! Es stellte sich heraus, das das Gelenk schon recht stark beeinträchtigt ist. Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder entzündliche Prozesse, die auf Grund des Kontrastmittels deutlich zu sehen sind. Die Diagnose: Psoriasis Athritis. Genau das was man sich so wünscht.

Als die Diagnose stand, sollte ich auf das Medikament MTX (Methotrexat) eingestellt werden. Das Medikament senkt das Immunsystem herab, damit der Körper sich nicht weiter selbst zerstört. Es ging leider wieder mal voll daneben. Die Tablette sollte ich einmal die Woche nehmen. Die erste Dosis habe ich noch recht gut vertragen. Ich war zwar müde, aber alles soweit ok. Die zweite Dosis vertrug ich erst auch noch ganz gut, bis ich dann ein paar Tage später Atemnot bekam. Es wurde sogar noch schlimmer als Kunden in den Laden kamen um einzukaufen, die stark parfumiert waren oder nach Zigaretten rochen. Meine Muskeln und der ganze Körper schmerzten. Nach Feierabend musste ich noch Wäsche waschen und musste dafür in den Keller, als ich zurück in die Wohnung ging, prustete ich wie ein Walross. Mein Freund brachte mich kurzer Hand in die Notaufnahme. Dort überlegte man erst mal, ob ich zum Hausärztlichen Notdienst gehörte. Aber dann entschieden sie sich doch mich da zu behalten. Zum Glück waren die Blutgaswerte in Ordnung und die Lunge frei.

Schlußendlich, kam eine Unverträglichkeit auf das Medikament herraus. Die Nebenwirkungen machten mir fast eine Woche zu schaffen. Ich blieb auf anraten von der Rheumatologin erst mal ein paar Tage zu hause. Zum Glück hatte ich die Woche ein paar Tage frei und konnte mich in Ruhe erholen.

Dieses Mal reagierte meine Hausärztin etwas erschrocken. Die Unverträglichkeit und die Athritis nahm sie sofort auf. Komentar: „Sie scheinen doch ein Problem mit Ihrem Immunsystem zu haben?!“

Ach, was. Darauf bin ich auch selbst gekommen.

P:S.: Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich auch schon mal einen Durchhänger. Letztes Jahr waren es die Vorbereitungen für die Reha die mich in Schach hielten. Dieses Jahr scheinen es die vielen neuen Entwicklungen zu sein.

Über das einzig Wahre und Richtige…


Liest man sich die Seiten und Blogs von „Betroffenen“/ Heilpraktikern durch, in diesem Fall schreibe ich im allgemeinen, habe ich immer mehr das Gefühl, man möchte die armen Leser missionieren und ihn auf den einzig wahren Weg der Heilung führen. Der Leser, der über die Suchmaschine auf der Seite landet, bekommt die volle Ladung, „vergiss alles andere, nur meins ist das Richtige“, ab und ist vollkommen überfordert.

So geschehen auf den den Seiten, von Hashimotobetroffenen oder Heilpraktikern oder sonstigen Experten. Viele Seiten waren reißerisch geschrieben und verteufelten alles und jeden. Jeder versuchte seine Methoden an zu preisen und klickte man dann auf den empfohlenen Link, landete man auf Seiten, auf denen E-Books und andere Challenges angeboten wurden, die dann teuer bezahlt werden sollen. Die Preise variierten zwischen 27 Euro und 75 Euro.

Mal ganz ehrlich: Spinnen die!!!

Natürlich ist das wichtig, das man raus finden sollte, was man als Hashi-Patient vertragen kann und was nicht. Auch die Vorgehensweise, mit  der man versucht, alles wieder ins Lot zu bringen, sollte nicht vernächlässigt werden. Die Methoden sind vielfältig, wie z. B. Logi, Paleo-AiP und haste nicht gesehen.

ICH FINDE ES SCHON SCHWIERIG GENUG, AUF GLUTEN, MILCHPRODUKTE, NACHTSCHATTENGEWÄCHSE UND ZUCKER ZU VERZICHTEN!!!

Ohne das man mir ein schlechtes Gewissen machen muss, wie schlecht das alles für mich und meine Schilddrüse ist. Irgendwie habe ich den Zeitpunkt verpasst, wo die gute alte „Hilfe zur Selbsthilfe“ nicht mehr up to date ist, sondern nur noch missioniert und gepredigt wird.

Aber nimmt auch mal jemand Rücksicht auf die angeschlagene Seele, wenn man mit der Diagnose alleingelassen wird und sich selbst um alles kümmern muss? Jeder denkt nur noch daran, wie man aus der Not der anderen Profit schlagen kann und verkauft sich und sein Produkt gewinnbringend. Zum kotzen…!!!

Und dann fällt man doch auf die mühsam zusammen gestellten E-Books, Lebensmittellisten und Diätplane rein, hat sie zu dem vielleicht noch teuer bezahlt, nur um fest zustellen, das die Liste der Ernährungsdocs genau das gleiche enthält. Und die ist kostenlos!!!

Gut das ich meinem Geld nicht böse bin, um es so aus dem Fenster zu werfen… 🙂

Endlich Licht am Ende des Tunnels: Hashimoto Thyreoiditis


Leider hat die Ernährungsmedizinerin die Segel gestrichen. Als sie sich alles angeschaut hatte, kam sie zu dem Schluss, das meine Diagnosen so umfangreich und komplex sind, dass sie sich das nicht zutraut. Hut ab, dass sie sich das eingestanden hat und es mir klipp und klar gesagt hat. Eine der wenigen Ärzte, die ich kennen gelernt habe, die das gemacht haben.

Also, bin ich wieder zu meinem Spezi-Arzt nach Osnabrück gefahren und habe mich mit ihm beraten. Nach dem ich ihm noch mal sagte, was mir so zu schaffen macht, wie die Erschöpfung/ Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Muskelschmerzen, Depressionen, Gewichtszunahme, hat er eine riesen Menge Blut abgezapft und ins Labor geschickt. Er hat die Überprüfung der Schilddrüsenwerte in Auftrag gegeben.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Ergebnisse da waren. Dabei waren es gerade mal zwei Wochen, denn leider brauchte das Labor so lange dafür.

Was soll ich sagen, es war ein Schock, aber auch eine Erleichterung. Die Werte waren katastrophal. Der TSH zu hoch, ft 3 und ft 4 zu niedrig, der rt 3 war auch aus der Bahn und die Antikörper (TPO) waren erhöht. Die Diagnose: Hashimoto Thyreoiditis.

Ich bekomme seit ca. drei Wochen T 3 und seit ein paar Tagen T4 Hormone. Die ersten Tage mit den T 3 Hormonen waren sehr spannend. Auf einmal rannte ich rum, wie ein Aufzieh-Spielzeug und war nicht mehr zu bremsen. Zum Glück legte es sich innerhalb der nächsten Tage. Der Körper gewöhnte sich recht schnell an die Medikamente. Jetzt fangen wir an die Hormone langsam zu erhöhen, bis die Werte und der Wohlfühlfaktor passen.

Aber ansonsten, weiß ich noch nicht wie ich mit der Krankheit umgehen soll!! 😦

… und weiter gehts


Am Dienstag war ich bei meinem ersten Termin mit einer Ernährungsmedizinerin. Ich bin mir noch nicht sicher, aber sie scheint sehr gut zu zu hören und versteht auch meinen Leidensdruck und der ist imens.

Ich hatte den Termin gemacht, bevor ich letzte Woche meinen total Ausfall hatte. Ich nahm alle Unterlagen mit, die ich habe/ hatte und es war aus meiner Sicht ein gutes Gespräch. Aber an Hand der Fülle der Informationen musste die Ärztin doch erst mal schlucken. Ich erzählte frei heraus, sie stellte Fragen, ich beantwortete alles, soweit ich das konnte. Am Ende einigten wir uns, das sie meinen Ordner erstmal da behält, um sich alles in Ruhe an zu sehen. Die Informationen sind doch so viel und umfassend, das sich sich einen Überblick verschaffen wollte. Wir haben für Freitagmittag einen Termin ausgemacht, um in Ruhe über alles reden zu können.

Ihr erster Verdacht, das es sich um Allergien/ Kreuzallergien handeln könnte. Ich leide seit meiner Teenagerzeit unter Pollenallergien. Es fängt an mit Buche, Hasel, Birke, geht weiter mit Wegerich, Gräsern und Getreide, leider weiß ich gerade nicht ob, da auch Beifuß mitspielt. Oft verschwinden die Pollenallergien mit dem älter werden und manchmal kann es dann zu Kreuzallergien kommen.

Meine Hausärtzin hatte es schon mal in Erwägung gezogen, mich in die Klinik nach Schmallenberg zu überweisen. Aber irgendwie sind wir davon wieder abgekommen, weil sich eine andere Tür auftat und wir gingen diesen erst mal nach.

Tja, wäre ich jetzt sarkastisch, würde ich jetzt sagen, warum auch nicht, das fehlt noch in meiner Liste der „must haves“!!

P.S.: Die Klinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg ist u. a. auf Allergien und Asthma spezialisiert. Genaueres findet ihr auf der Homepage.

Der Bauchweh-Psycho-Zusammenbruch


Gestern war es soweit… Mir ging es so schlecht, das ich von der Arbeit nach Hause fahren musste und gleich zum Arzt gefahren bin. Ich hatte so schlimme Bauchschmerzen, soviel Luft im Bauch, dass ich nicht mehr sitzen oder mich auch nur aufrecht halten konnte.

Seit meiner Reha weiß ich, das Stress meinen Gesundheit stark beeinflußt. Da ist es egal, ob der Stress positiv oder negativ ist. Oft reichen kleine Stressoren aus, um mir Schmerzen in Beine, Rücken oder Bauch zu verursachen. Aber so schlimm wie gestern, war es noch nie.

Ich habe große Probleme an meinem Arbeitsplatz, ich warte seit langem auf ausstehenden Lohn, die Arbeitsatmosphäre verschlechtert sich von Woche und Woche, mein Chef hat haarsträubende Ansichten und Meinungen und verdreht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Seine Lebensgefährtin, die ab und an auch dort hilft, benimmt sich so asozial, das man daran zweifelen muss, ob ich mein Kind in die Obhut dieser Erzieherin geben wollen würde. Als ich vor einigen Jahren dort angefangen habe, hatte ich (aus meiner damaligen Sicht) den besten Arbeitsplatz der Welt. Heute überlege ich mir, was ich sagen möchte, damit nicht wieder wilde Schmipf-Tiraden über mich herein brechen und ich nicht weiß, was ich mal wieder falsch gemacht haben könnte.

Mein Bauch schaukelte sich im Laufe der letzten Wochen immer schlimmer auf. Die Luft sammelte sich immer mehr in meinem Darm. Hatte ich ein paar Tage frei, beruhigte es sich etwas, aber so bald der Arbeitsalltag wieder los ging, blähte es sich schnell wieder auf. Ich merke wie ich die Luft „anhielt“ und nicht mehr richtig durch atmen konnte. Alle Muskeln verkrampften sich in Minuten schnelle und alles dehnen und strecken half nichts.

Gestern hatte es seinen absoluten Höhepunkt. Seit dem Mittagessen ging es mir immer schlechter. Es half nichts, kein Tee, keine Tropfen, keine Entschäumer. Alles für die Katz… Irgendwie hielt ich es bis um fünf Uhr nachmittags aus und machte mich dann schnell auf den Weg nach Hause und direkt zum Arzt. Der erkannte die Situation recht schnell. Wir kontrollierten die Stuhlproben, die alle negativ waren, und hatten dann ein tolles Gespräch, über Jobs und Stress.

Mein Arzt entschied sich dazu, mich erstmal zwei Wochen aus dem Verkehr zu ziehen. Da er schnell merkte, das die Darmprobleme auf jeden Fall da sind, aber durch den Stress so stark beeinflußt werden, das sie nur zu lindern sind, wenn ich zur Ruhe komme. Ich schlucke erst mal über die Dauer, war aber auch erleichtert, das er es nicht auf die leichte Schulter nahm.

Seitdem geht es mir etwas besser. Der verkrampfte Nacken löst sich (hatte ich heute den ganzen Tag Kopfschmerzen). Die Luft geht manchmal etwas ab. Ich bin erleichtert, das ich mich nicht wilden Diskussionen stellen, sondern kann einfach das machen, was ich will.

Und täglich grüßt das Murmeltier…


Ich fühle mich manchmal, wie in diesem Film. Gerade habe ich die Hoffung, ich habe das eine Überstanden und bin es los, klopft es ein paar Wochen/ Monate später wieder an die Tür und schreit: “ Bin wieder da!“ 😦

Schon in der Schmerztherapie hatte ich den Verdacht, das ich die Antidepressiva nicht vertrage. Abgesehen von der Müdigkeit, stellten sich fast alle Nebenwirkungen ein die so auf dem Zettel standen. Mundtrockenheit (für mich das schlimmste, soviel konnte ich gar nicht trinken), dann bin ich das viele Wasser, das ich trinken musste, nicht wieder losgeworden, dann hatte ich zwar keine Verstopfung, aber doch sehr Verhaltenen Stuhlgang und Luft bis zum abwinken, weil ich ja nicht so aufs Klo konnte. Es schaukelte sich so hoch, das ich wieder mal nichts essen mochte, weil mir die Luft unter dem Magen hing.

Das allerhärteste war dann ein wahnsinns Histaminschub. Es ging mir schon den ganzen Tag nicht gut, schwindelig, Kopfweh, Bauchschmerzen und immer wieder Übelkeit. Aber wie man als Frau so ist, macht man seinen Job trotzdem, bis ich mit dem Kopf zuerst beinahe in den Papierkorb gefallen bin, da ging ich dann doch nach Hause. Dort habe ich dann den Abend vorm Klo verbracht, weil ich nicht wusste, welches Körperteil ich zuerst darüber halten sollte. Es beruhigte sich dann irgendwann wieder, jedoch war ich am Ende meiner Kräfte.

Am nächsten Tag suchte ich meine Hausärztin auf und wir setzten sofort das Antidepressiva ab. Das war ca. vier Wochen nach Beginn der Einnahme. Im nachhinein fand ich heraus, das dieses Medikament ein DAO-Blocker ist. Na, herzlichen Glückwunsch!! Es brauchte lange bis ich mich wieder bekrabbelt hatte, aber alles verschwand nicht…

Seit der Zeit habe ich soviel Luft im Bauch, das ich schon wieder Stuhlproben abgeben musste. Mein Arzt fragte nur: was soll ich mit Ihnen nur machen? Das ganze schaukelt sich von Woche zu Woche mehr auf. Mittlerweile ist es so schlimm, das ich kaum was essen mag, weil der Bauch so voll ist, ich kann kaum irgendwo sitzen, ohne das es weh tut, geschweige denn mich auf meinen Job konzentrieren.

Nächste Woche habe ich einen Termin bei einer Ernährungsmedizinerin. Auf diese Idee kam ich durch die Sendung der Ernährungsdocs. Ich hoffe, dass mir helfen kann. Ich habe festgestellt, das ich nicht alles alleine schaffen kann. Ich brauche die Hilfe von außen um Probleme zu erkennen und eventuell beseitigen zu können. Ein wenig habe ich Angst, nicht das ich mir zuviel verspreche und doch wieder nichts bei heraus kommt und ich wieder alleine da stehe.